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Mast legen: wo das Rigg steht, wenn es nicht am Boot ist

Ende September wandert der Mast auf die Böcke. Ab dann entscheidet ein einziges Wort in den Bedingungen: verbunden. Was das für Wanten, Salinge und Segel im Winterlager bedeutet.

24. September 20269 min LesezeitNAMMERT Assekuradeur GmbH

Ende September hängt in den Vereinen die Kranliste aus, und bei den Segelyachten steht vor dem Heben noch ein Arbeitsschritt: der Mast wird gelegt. Er wandert auf Böcke, in ein Gestell an der Hallenwand oder auf den Rasen hinter dem Zaun, und dort bleibt er bis in den April. Für den Versicherungsschutz ist das kein Nebenschauplatz, denn die Kaskobedingungen knüpfen an mehreren Stellen daran an, ob ein Teil mit dem Fahrzeug verbunden ist oder daneben liegt.

Zuerst die ruhige Nachricht, und sie steht in allen drei Kasko-Fassungen an derselben Stelle. A-1.1 nennt Masten, Bäume, stehendes und laufendes Gut und Segel ausdrücklich neben dem Fahrzeug, den fest eingebauten Teilen, der nautischen Ausrüstung, dem Zubehör und dem Inventar. Das Rigg ist damit Teil des versicherten Gegenstands und nicht etwas, das gesondert beantragt werden müsste. Wer im Versicherungsschein nach einer eigenen Zeile für den Mast sucht, sucht umsonst, und das ist hier die richtige Antwort.

Der Ort steht in A-2.1.2: Versicherungsschutz besteht auch während des Aufenthalts an Land, einschließlich An-Land-Ziehen und Zu-Wasser-Lassen sowie während einer Reparatur, Inspektion oder Überholung, und zwar an einem für Wassersport-Fahrzeuge objektiv geeigneten Liegeplatz. Dieser Halbsatz ist die Stelle, an der ein improvisiertes Lager zum Thema wird. Ein Kranplatz auf befestigtem Hof ist etwas anderes als eine Wiese hinter dem Clubhaus, und die Frage gehört vor den Winter und nicht in den März.

Für getrennt verwahrte Sachen gibt es in Basis Plus und in Premium jeweils A-1.4: Ausrüstungsgegenstände, Inventar und Außenbordmotoren sind auch dann versichert, wenn sie getrennt vom Fahrzeug an einem anderen Ort in verschlossenen Räumen oder Gebäuden verwahrt werden, wobei andere Versicherungen dieser Deckung vorgehen. Zwei Dinge daran zählen. Verschlossen ist Bedingung und nicht Empfehlung. Und Masten führt A-1.1 neben Zubehör und Inventar auf, nicht darunter, weshalb die Frage, wie ein gelegter Mast in dieser Aufzählung steht, vor dem Einlagern geklärt sein sollte.

Beim Diebstahl wird es konkret. A-5.2 m in Basis und A-6.2 m in Basis Plus und Premium schließen den Diebstahl loser Teile aus, die nicht ordnungsgemäß verpackt, abgedeckt und verzurrt waren oder sich im nicht verschlossenen Fahrzeug befanden. Wanten, Spannschrauben und Salinge, die offen auf einer Plane neben dem Bock liegen, sind genau dieser Fall. Dazu kommt A-3.1.4: Basis Plus und Premium nennen dort den Diebstahl mit dem Fahrzeug verbundener Teile, in Basis steht der Diebstahl des gesamten Fahrzeugs. Ein gelegter Mast ist nicht mehr verbunden.

Bricht etwas, zählt A-3.1.1 in Basis Plus und Premium das Brechen und Knicken von Masten, Spieren und Bäumen, von stehendem und laufendem Gut sowie das Reißen von Segeln zum Unfall des Fahrzeugs. Das Gegenlager steht in A-6.2, in Basis in A-5.2: Material- und Fabrikationsfehler sowie Abnutzung im gewöhnlichen Gebrauch sind an den unmittelbar betroffenen Teilen ausgeschlossen, die unmittelbaren Folgeschäden an anderen versicherten Sachen dagegen mitversichert. Auf ein Rigg übersetzt heißt das: das seit Jahren korrodierte Terminal, das reißt, trägt der Eigner, der Mast, der dabei zu Boden geht, ist der Folgeschaden. Rost, Oxydation und Korrosion stehen in Buchstabe h, mangelhafte Wartung und Wartungsstau in Buchstabe f.

Der Winter selbst ist kein Schadenereignis. Buchstabe i derselben Aufzählung nimmt Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee, Eis, Hitze, Frost und Sonneneinwirkung aus, in Basis Plus und Premium mit der Rückausnahme Sturm, in Basis mit der Rückausnahme versicherte Elementargefahren. Für ein Profil, das offen auf Böcken liegt, heißt das: das spröde Kunststoffteil der Rollreffanlage und Eis in der Nut sind Pflege und nicht Schaden. Ein umgewehtes Mastgestell bei Windstärke 8 ist etwas anderes, denn ab dieser Stärke sprechen die Bedingungen von Sturm.

Wird es teuer, entscheidet die Fassung. Basis Plus ersetzt Teilschäden nach A-9.4 mit den notwendigen und nachgewiesenen Wiederherstellungskosten ohne altersbedingte Abzüge, Premium nach A-9.2 zum Neuwert. Sind altersbedingte Abzüge bei Teilschäden vereinbart und im Versicherungsschein dokumentiert, greift die Staffel aus A-9.5 beziehungsweise A-9.3: bis 3 Jahre ohne Abzug, nach 3 Jahren 20 Prozent, nach 5 Jahren 35 Prozent, ab 10 Jahren 50 Prozent. Basis rechnet nach A-8.1 immer auf Zeitwert mit derselben Staffel. Bei einem zwanzig Jahre alten Rigg liegt zwischen diesen Wegen die Hälfte der Rechnung, und ein komplettes Rigg für eine Zehn-Meter-Segelyacht ist keine kleine Rechnung.

Und wenn das Profil im Februar vom Bock fällt: B-3.2.1 verlangt die unverzügliche schriftliche Meldung, bei Diebstahl zusätzlich die Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle und im Hafenbereich bei der zuständigen Verwaltung. B-3.2.2 verlangt zumutbare Maßnahmen aus eigener Initiative, B-3.2.4 die Gelegenheit zur Besichtigung vor Beginn der Wiederinstandsetzung, und B-3.2.6 untersagt den Verkauf beschädigter Sachen ohne unsere Einwilligung. Wer das geknickte Profil vorher zum Schrotthändler bringt, nimmt uns die Feststellung ab, auf der die Zahlung beruht.

Zum Abhaken

Vor dem Legen den Mast rundum fotografieren, dazu Terminals, Salinge, Mastfuß, Beschläge und Rollreffanlage einzeln. Klären, wo der Mast über den Winter liegt und ob dieser Platz für Wassersport-Fahrzeuge objektiv geeignet ist, daran hängt A-2.1.2. Wanten, Spannschrauben, Salinge und Beschläge verpackt, abgedeckt und verzurrt lagern oder im verschlossenen Boot verstauen, sonst greift der Ausschluss für lose Teile. Segel gewaschen und trocken in einem verschlossenen Raum lagern und den Lagerort schriftlich festhalten. Im Versicherungsschein nachsehen, welche Kasko-Fassung vereinbart ist und ob altersbedingte Abzüge bei Teilschäden dokumentiert sind. Das Alter des stehenden Guts feststellen und notieren: die Abnutzung am betroffenen Teil trägt der Eigner, den Folgeschaden nicht. Das Formular der Werft oder des Vereins vor der Unterschrift lesen, besonders die Haftung für Legen, Lagern und Stellen des Mastes. Nach einem Schaden im Lager erst fotografieren, dann melden und vor der Reparatur die Besichtigung ermöglichen: +49 3375 566 75 05

Häufige Fragen

Muss der Mast gesondert versichert werden?

Nein. A-1.1 nennt Masten, Bäume, stehendes und laufendes Gut und Segel in allen drei Kasko-Fassungen ausdrücklich als Teil des versicherten Gegenstands. Eine eigene Zeile im Versicherungsschein braucht es dafür nicht.

Sind Wanten und Spannschrauben im Winterlager gegen Diebstahl versichert?

Nur wenn sie ordnungsgemäß verpackt, abgedeckt und verzurrt sind oder im verschlossenen Boot liegen. Offen auf einer Plane sind sie lose Teile, und dafür gilt der Ausschluss in A-5.2 m beziehungsweise A-6.2 m.

Zahlt die Kasko ein neues Rigg, wenn ein altes Want reißt?

Das gerissene Want selbst nicht, denn Abnutzung im gewöhnlichen Gebrauch ist an den unmittelbar betroffenen Teilen ausgeschlossen. Die unmittelbaren Folgeschäden an anderen versicherten Sachen, etwa am Mast, sind mitversichert.

Ist der Mast versichert, während die Werft ihn legt?

A-2.1.2 nennt den Aufenthalt an Land einschließlich Reparatur, Inspektion und Überholung an einem objektiv geeigneten Liegeplatz. Hat die Werft den Schaden verursacht, ist zusätzlich der Ersatzanspruch gegen sie zu prüfen, und B-3.2.5 verlangt Ihre Unterlagen dazu.

Zählt ein Wintersturm über dem Mastlager als Sturmschaden?

Sturm ist in den Bedingungen eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 nach Beaufort. Witterungseinflüsse ohne Sturm, also Frost, Eis, Schnee und Sonneneinwirkung, sind dagegen ausgeschlossen.

Dazu passt

Riggcheck zum Ausdrucken Checkliste Winterlager Die Bedingungen im Wortlaut
Gelegter Aluminiummast einer Segelyacht auf Holzböcken in einem herbstlichen Winterlager, daneben ein Rumpf im Stahlbock und aufgerollte Wanten mit Spannschrauben auf einer Plane.

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