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Lithium-Akku nachgerüstet: melden?
Kurze Antwort
Ja, melden: Lithium-Akkus gehören mit ihrem Wert in den Antrag, weil ihr Brandverhalten von Blei abweicht; mit der Elektroklausel sind Ladestation, Folgeschäden durch Tierbiss und Kurzschluss und die Akku-Entsorgung bis zu festen Grenzen eingeschlossen.
Lithium-Ionen-Akkus sind versicherungstechnisch ein eigenes Thema. Sie gehören in den Antrag, weil ihr Brandverhalten von Blei abweicht. Das ist keine Hürde, sondern eine Angabe: Wir versichern sie mit. Wer einen Lithium-Akku nachgerüstet hat, meldet die Änderung nach, ein Anruf genügt, Nachträge kosten den Beitragsunterschied und nichts weiter.
Mit der Elektroklausel, wenn sie beantragt ist, sind die eigene Ladestation, Folgeschäden durch Tierbiss und Kurzschluss und die Entsorgungskosten beschädigter Akkus eingeschlossen. In der Basis gelten dafür 1.500 Euro für die Ladestation, 10.000 Euro für Folgeschäden und 1.500 Euro für die Entsorgung, in Basis-Plus und Premium höhere Grenzen. Verschleiß, falsches Laden und Tiefentladung sind ausgeschlossen. Die Entsorgung wird regelmäßig unterschätzt: Ein beschädigter Traktionsakku ist Sondermüll und darf nicht in jeder Werft gelagert werden.
Entscheidend ist die fachgerechte Installation. Ein selbstgebauter Akkupack ohne Batteriemanagement ist im Schadenfall kein Argument für Sie, sondern eines gegen die Deckung. Rechnung und Einbaunachweis gehören in die Bordmappe, das ist die halbe Regulierung.
Der Wert muss stimmen. Ausrüstungsgegenstände und technische Einbauten sind mitversichert, soweit sie beantragt und mit Versicherungssumme im Versicherungsschein dokumentiert sind. Eine Umrüstung auf Lithium ist häufig eine vierstellige Investition, die die Versicherungssumme spürbar hebt.
Beim Laden am Landstrom ist die eigene Ladestation mit der Elektroklausel eingeschlossen, in der Basis bis 1.500 Euro. Folgeschäden durch Kurzschluss oder Tierbiss am Kabelbaum sind bis zu festen Grenzen gedeckt. Schäden durch falsches Laden oder Tiefentladung sind ausgeschlossen.
LiFePO4 oder NMC: welche Lithium-Batterie ins Boot gehört
Unter dem Namen Lithium-Batterie laufen an Bord vor allem zwei Bauarten. Lithium-Eisenphosphat, kurz LiFePO4, ist thermisch deutlich stabiler und gilt deshalb als die übliche Wahl für die Bordbatterie und für den Ersatz von Blei-Akkus. Akkus mit NMC-Zellen speichern auf gleichem Raum mehr Energie und stecken häufig in fertigen Akkupacks für Elektro-Außenborder, reagieren auf Überladung und Beschädigung aber empfindlicher.
Für die Versicherung ist die Bauart eine Angabe im Antrag, kein Ausschluss. Wichtig ist, dass Sie wissen, was eingebaut ist, und dass Hersteller, Kapazität und Wert in der Bordmappe stehen. Im Schadenfall fragt der Sachverständige genau danach.
Batteriemanagement, Ladegerät und Lichtmaschine
Ein Lithium-Akku im Boot braucht ein Batteriemanagement, das jede Zelle überwacht und bei Überspannung, Tiefentladung oder falscher Temperatur abschaltet. Dazu gehören ein Ladegerät mit passender Ladekennlinie und eine geschützte Lichtmaschine: Lithium nimmt Strom so willig auf, dass eine ungeregelte Lichtmaschine überhitzen kann. Ein Ladebooster oder ein externer Regler löst das.
Viele Lithium-Akkus dürfen bei Frost nicht geladen werden, die Grenze nennt der Hersteller. Ein gutes Batteriemanagement sperrt das Laden dann selbst. Fehlt dieser Schutz, ist ein Schaden beim Laden im kalten Winterlager kein Zufall, sondern eine Frage der Zeit.
Lithium-Akku für den Elektro-Bootsmotor und den Außenborder
Elektro-Außenborder und Elektro-Bootsmotoren laufen fast immer mit einem Lithium-Akku, oft als fertiger Akkupack des Motorherstellers. Für die Versicherung gehören Motor und Akku zusammen in den Antrag, weil der Akku einen großen Teil des Werts ausmacht und gerne getrennt vom Motor gestohlen wird.
Wer den Akku eines Elektro-Außenborders an Land lädt, sollte ihn trocken, kühl und nicht im geschlossenen Auto lagern. Ein Akku, der nach einem Sturz ins Wasser oder einem harten Schlag verformt ist, gehört nicht mehr an das Ladegerät, sondern zum Fachhändler.
Einbau und Brandschutz an Bord
Die Lithium-Batterie im Boot gehört fest montiert an einen trockenen Platz, mit Hauptsicherung nah am Pluspol und Leitungen im passenden Querschnitt. Ein Batterieschalter, der den ganzen Akku vom Bordnetz trennt, gehört dazu. Lassen Sie den Einbau von einem Fachbetrieb machen oder abnehmen und heben Sie Rechnung und Einbaunachweis auf.
Ein Feuerlöscher, der für elektrische Brände geeignet ist, und ein Rauchmelder in der Nähe des Akkus sind günstige Vorsorge. Ein Lithium-Brand lässt sich an Bord schwer löschen, entscheidend ist, ihn früh zu bemerken.
Lithium-Akku im Winterlager
Im Winterlager wird ein Lithium-Akku nicht voll geladen abgestellt, sondern mit einem mittleren Ladestand, den der Hersteller nennt, und vom Bordnetz getrennt. So zieht kein Verbraucher den Akku über Monate leer. Kontrollieren Sie den Ladestand ein, zwei Mal im Winter.
Bleibt der Akku an Bord und am Landstrom, sollte das Ladegerät ein Lithium-Profil mit Erhaltungsmodus haben. Tierbiss am Kabelbaum kommt im Winterlager vor. Folgeschäden daraus sind nur mit der Elektroklausel eingeschlossen, sonst ist Tierbiss ausgeschlossen.
Zum Merken
Ein Anruf
meldet den neuen Akku an
Vierstellig
ist meist die Summe, um die er den Bootswert hebt
Wer das eine tut, verhindert, dass das andere im Schadenfall fehlt.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss ich Lithium-Akkus melden?
Ja. Sie gehören in den Antrag, weil ihr Brandverhalten von Blei abweicht, und mit ihrem Wert in die Versicherungssumme.
Sind Akkuschäden versichert?
Mit unserer Elektroklausel, wenn sie beantragt ist: Ladestation, Folgeschäden durch Tierbiss und Kurzschluss und die Entsorgung beschädigter Akkus sind bis zu festen Grenzen eingeschlossen. Verschleiß, falsches Laden und Tiefentladung sind ausgeschlossen.
Was gilt bei einem selbstgebauten Akkupack?
Ohne Batteriemanagement und ohne Einbaunachweis wird es im Schadenfall zum Problem. Lassen Sie fachgerecht einbauen und legen Sie Rechnung und Nachweis in die Bordmappe.
Ist das Laden am Landstrom gedeckt?
Die eigene Ladestation ist mit der Elektroklausel eingeschlossen, in der Basis bis 1.500 Euro. Schäden durch falsches Laden oder Tiefentladung sind ausgeschlossen.
Welche Lithium-Batterie eignet sich für das Boot?
Als Bordbatterie meist Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4), weil diese Bauart thermisch stabil ist. Wichtig sind ein Batteriemanagement und ein Ladegerät mit passender Kennlinie.
Darf ich einen Lithium-Akku bei Frost laden?
Viele Lithium-Akkus nicht, die Grenze nennt der Hersteller. Ein gutes Batteriemanagement sperrt das Laden bei zu niedriger Temperatur selbst.
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