Alles zur Versicherung: Krankenzusatz
Welche Krankenzusatzversicherung ist wirklich sinnvoll?
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Kurz gesagt
Was bringt eine Krankenzusatzversicherung über den Arbeitgeber? Meist Schutz ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit, oft als Gesundheitsbudget von 300 bis 1.500 Euro im Jahr. Zahlt der Arbeitgeber dafür höchstens 50 Euro im Monat als Sachbezug, bleibt das für Sie steuer- und beitragsfrei. Der Haken: Der Schutz endet mit dem Job, wenn Sie ihn nicht selbst weiterzahlen.
Veröffentlichte Monatsbeiträge eines Budgettarifs für die betriebliche Krankenversicherung, die der Arbeitgeber je Beschäftigtem zahlt.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Budget 300 Euro im Jahr | 13,90 Euro im Monat |
| Budget 1.500 Euro im Jahr | 49,90 Euro im Monat |
| Krankenhausbaustein | 21,07 Euro im Monat |
| Vorsorgebaustein | 7,44 Euro im Monat |
Stand Oktober 2026, Beispielwerte eines Versicherers ab 5 Beschäftigten;
ab 2027 können je Branche andere Beiträge gelten.
Andere Tarife liegen darüber oder darunter; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
Der Arbeitgeber zahlt 13,90 Euro im Monat für die betriebliche Krankenversicherung und gibt zusätzlich einen Tankgutschein.
| Beitrag betriebliche Krankenversicherung | 13,90 Euro |
| Tankgutschein 40 Euro, zusammen 53,90 Euro | über 50 Euro, alles steuer- und beitragspflichtig |
| Tankgutschein 36 Euro, zusammen 49,90 Euro | unter 50 Euro, alles frei |
| Nutzen im Jahr: Brille 250 Euro, Zahnreinigung 90 Euro | Budget zahlt bis 300 Euro, je nach Erstattungssatz |
Ein paar Euro weniger Gutschein halten den ganzen Vorteil steuerfrei. Das Budget deckt dann fast die gesamte Brille und Zahnreinigung.
Bei einer Krankenzusatzversicherung über den Arbeitgeber schließt die Firma den Vertrag und zahlt den Beitrag. Sie sind versichert, ohne selbst Geld auszugeben, und meist ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit.
Am verbreitetsten sind Budgettarife: Sie bekommen einen festen Betrag im Jahr und setzen ihn für Brille, Zahnreinigung, Vorsorge, Heilpraktiker oder Arznei ein. Daneben gibt es feste Bausteine wie Krankenhaus oder Zahnersatz.
| Baustein | Was er bringt | Beitrag des Arbeitgebers |
|---|---|---|
| Budget 300 Euro im Jahr | Brille, Vorsorge, Zahnreinigung, Heilpraktiker | Beispiel 13,90 Euro im Monat |
| Budget 1.500 Euro im Jahr | dasselbe mit mehr Spielraum, auch Zahnersatz im Budget | Beispiel 49,90 Euro im Monat |
| Krankenhaus | Zweibettzimmer und Chefarzt, je nach Tarif | Beispiel 21,07 Euro im Monat |
| Vorsorge | Vorsorgeuntersuchungen über die Kasse hinaus | Beispiel 7,44 Euro im Monat |
Zahlt der Arbeitgeber den Beitrag als Sachbezug, bleibt er bis 50 Euro im Monat steuer- und sozialversicherungsfrei. Das ist eine Freigrenze: Liegt die Summe aller Sachbezüge auch nur einen Cent darüber, ist der ganze Betrag steuer- und beitragspflichtig.
Sachbezug ist die betriebliche Krankenversicherung, wenn der Arbeitgeber den Vertrag abschließt und den Beitrag zahlt. Zahlt er Ihnen dagegen Geld mit der Auflage, selbst einen Vertrag abzuschließen, ist das Geldlohn. So steht es im Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 15. März 2022.
Wird der Beitrag aus Ihrem Gehalt umgewandelt, gilt er nicht als zusätzlich zum Lohn gezahlt (§ 8 Absatz 4 EStG). Dann entfällt der Vorteil der 50-Euro-Grenze.
Mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses endet die Krankenzusatzversicherung über den Arbeitgeber. Viele Tarife erlauben, den Schutz privat weiterzuführen, manche ohne neue Gesundheitsprüfung. Den Beitrag zahlen Sie dann selbst, oft nach Ihrem dann erreichten Alter.
Lesen Sie in der Versorgungsordnung oder den Unterlagen nach, ob und wie lange Sie nach dem Ausscheiden fortführen dürfen. In Elternzeit oder bei längerer Krankheit läuft der Schutz bei vielen Tarifen beitragsfrei weiter.
Ein Budget von 300 oder 600 Euro im Jahr deckt Brille und Zahnreinigung, aber keinen größeren Zahnersatz. Ein Implantat mit Krone kostet etwa 1.400 bis 3.500 Euro, da reicht ein kleines Budget nicht weit.
Den Tarif wählt der Arbeitgeber, nicht Sie. Kündigt er den Gruppenvertrag oder wechselt er den Versicherer, ändert sich auch Ihr Schutz.
Brauchen Sie hochwertigen Zahnersatz oder Chefarzt und Einzelzimmer, kann neben der betrieblichen Krankenversicherung ein eigener Tarif sinnvoll sein. Prüfen Sie zuerst, welche Bausteine Ihr Arbeitgeber schon zahlt, um nichts doppelt zu versichern.
Haben Sie Vorerkrankungen, ist der Vertrag über den Arbeitgeber oft der einzige Weg ohne Gesundheitsfragen. Nehmen Sie ihn dann an, auch wenn das Budget klein wirkt.
Fragen und Antworten
Nein, solange alle Sachbezüge zusammen höchstens 50 Euro im Monat betragen und der Arbeitgeber den
Beitrag zusätzlich zum Lohn zahlt.
Meist nicht.
Viele Gruppentarife nehmen alle Beschäftigten ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit auf,
manche stellen vereinfachte Fragen.
Oft ja, als privaten Vertrag auf eigene Kosten.
Ob ohne neue Gesundheitsprüfung, steht in den Tarifunterlagen.
Bei manchen Tarifen ja, teils ohne Gesundheitsfragen innerhalb einer Frist.
Den Beitrag dafür zahlen meist Sie selbst.
Ja.
Sie verzichten dann auf den Schutz, mehr Gehalt bekommen Sie dafür in der Regel nicht.
Bei vielen Tarifen ja.
Ob sie dann etwas bringt, hängt davon ab, was Ihre private Krankenversicherung schon zahlt.
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