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Wie versichere ich einen Oldtimer?

Kurz gesagt

Am besten mit einem Oldtimertarif: Das Auto muss meist mindestens 25 bis 30 Jahre alt sein, gepflegt und nicht Ihr Alltagsauto. Die Haftpflicht kostet dann oft 50 bis 200 Euro im Jahr, mit Teil- oder Vollkasko auf Basis eines Wertgutachtens etwa 150 bis 600 Euro. Das H-Kennzeichen senkt die Steuer für Pkw auf 191,73 Euro.

Wie versichere ich einen Oldtimer?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsspannen für Oldtimertarife in Deutschland, Stand 2026, jeweils im Jahr.

BeispielRichtwert
Haftpflicht, Oldtimertarifetwa 50 bis 200 Euro
Teilkasko zusätzlichetwa 50 bis 200 Euro
Vollkasko mit vereinbartem Wertetwa 150 bis 500 Euro
Allgefahrendeckungetwa 250 bis 600 Euro
Kurzbewertung durch Sachverständigeetwa 80 bis 200 Euro einmalig
Vollständiges Wertgutachtenetwa 150 bis 500 Euro einmalig

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Spannen. Ihr Beitrag hängt vor allem vom vereinbarten Wert, der Fahrleistung und dem Abstellort ab; das genaue Angebot holen wir ein. Die Einzelwerte im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Limousine aus den 1980er Jahren, Wert 15.000 Euro

So kommen die Kosten zustande, wenn der Wagen H-Kennzeichen hat, in der Garage steht und rund 3.000 Kilometer im Jahr fährt. Für den Alltag gibt es ein zweites Auto.

Haftpflicht, 100 Millionen Euro pauschaletwa 60 bis 120 Euro
Teilkasko auf 15.000 Euro vereinbarten Wertetwa 60 bis 120 Euro
Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen191,73 Euro
Kurzgutachten, alle paar Jahre erneuerneinmalig etwa 100 bis 200 Euro

Laufend etwa 310 bis 430 Euro im Jahr für Versicherung und Steuer. Mit Vollkasko statt Teilkasko kämen je nach Tarif etwa 100 bis 250 Euro dazu.

Was einen Oldtimertarif ausmacht

Ein Oldtimer fährt wenig, wird gepflegt und steht meist geschützt. Deshalb bieten viele Versicherer eigene Tarife mit festen Beiträgen an. Die Schadenfreiheitsklasse spielt dort in der Regel keine Rolle: Sie starten nicht teuer, werden nach einem Schaden aber auch nicht wie im normalen Vertrag hochgestuft.

Im Gegenzug stellen die Tarife Bedingungen. Üblich sind ein Mindestalter des Fahrzeugs, ein guter Pflegezustand, eine Grenze für die Kilometer im Jahr und ein weiteres Auto für den Alltag. Manche verlangen zusätzlich eine Garage, ein Mindestalter der Fahrer oder einen Mindestwert des Wagens.

BedingungÜblich in OldtimertarifenWas passiert, wenn sie fehlt
Alter des Fahrzeugsab 20, 25 oder 30 Jahrennur Youngtimertarif oder normaler Tarif
Zustandgut bis sehr gut, oft Zustandsnote 3 oder besserAntrag wird abgelehnt oder nur Haftpflicht angeboten
Alltagsfahrzeugein weiteres Auto im Haushaltnormaler Tarif mit Schadenfreiheitsklasse
Fahrleistungmeist 6.000 bis 10.000 Kilometer im JahrAufschlag oder Nachzahlung, wenn Sie mehr fahren
Abstellortoft Garage oder abgeschlossene HalleLeistungskürzung bei Diebstahl möglich
WertnachweisGutachten, meist nicht älter als drei bis fünf JahreKasko nur auf Basis des einfachen Zeitwerts

Der Wert entscheidet über die Kasko

Im normalen Tarif zahlt die Kasko nach einem Totalschaden den Wiederbeschaffungswert, also den Preis eines vergleichbaren Autos. Für einen Oldtimer ist das schwer zu bestimmen und fällt oft zu niedrig aus. Oldtimertarife vereinbaren deshalb einen Wert, der aus einem Gutachten stammt.

Achten Sie darauf, welcher Wert gilt. Der Marktwert beschreibt, was der Wagen beim Verkauf bringt. Der Wiederbeschaffungswert liegt meist darüber, weil gute Exemplare schwer zu finden sind. Steigt der Wert, etwa nach einer Restaurierung, muss das Gutachten erneuert und die Summe angepasst werden, sonst zahlt der Vertrag im Schaden zu wenig.

Wann Sie keinen Oldtimertarif brauchen

Fahren Sie den Wagen täglich oder mehr als die erlaubten Kilometer, passt der Spezialtarif nicht. Wer die Bedingungen verletzt, riskiert Kürzungen im Schaden. Dann ist ein normaler Vertrag ehrlicher und im Ergebnis oft nicht viel teurer, besonders wenn Sie eine gute Schadenfreiheitsklasse mitbringen.

Auch eine Vollkasko ist nicht immer nötig. Bei einem Auto, das wenige tausend Euro wert ist, genügt oft die Haftpflicht mit Teilkasko gegen Diebstahl, Brand und Sturm. Steht der Wagen abgemeldet in der Halle, brauchen Sie keine Kfz-Versicherung, wohl aber einen Schutz gegen Brand und Diebstahl am Standort.

H-Kennzeichen, Saison und rotes Kennzeichen

Das H-Kennzeichen setzt ein Alter von mindestens 30 Jahren und ein Gutachten über den weitgehend originalen, gepflegten Zustand voraus. Es senkt vor allem die Steuer und erlaubt die Einfahrt in viele Umweltzonen. Für den Oldtimertarif ist es hilfreich, aber nicht bei jedem Versicherer Pflicht.

H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen lassen sich verbinden, dann zahlen Sie nur für die Fahrmonate. Wer mehrere Oldtimer besitzt, kann ein rotes Oldtimerkennzeichen prüfen. Es gilt nur für bestimmte Fahrten wie Ausfahrten, Treffen und Werkstattbesuche und braucht einen eigenen Versicherungsvertrag.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob Ihr Wagen Alter, Zustand und Nutzung für einen Oldtimertarif erfüllt.
  2. Ein Wertgutachten oder eine Kurzbewertung erstellen lassen.
  3. Den gewünschten Wert festlegen: Marktwert oder Wiederbeschaffungswert.
  4. Ehrlich angeben, wie viele Kilometer Sie fahren und wo der Wagen steht.
  5. Entscheiden, ob Teilkasko reicht oder Vollkasko den Wert rechtfertigt.
  6. Angebote mit gleichem Wert, gleicher Kilometergrenze und gleicher Selbstbeteiligung vergleichen.

Checkliste

  • Vereinbarter Wert statt einfachem Zeitwert in der Kasko
  • Gutachten aktuell, Wert nach Restaurierung angepasst
  • Kilometergrenze passend zu Ihren Ausfahrten
  • Alle Fahrer benannt und alt genug für den Tarif
  • Teile und Zubehör im Kofferraum oder in der Garage mitversichert, wenn wertvoll
  • Schutzbrief mit Abschleppen auch für ältere Fahrzeuge

Häufige Fehler

  • Den Oldtimer täglich fahren und trotzdem im Oldtimertarif lassen
  • Den Wert seit Jahren nicht anpassen, obwohl die Preise gestiegen sind
  • Eine Garage angeben, obwohl der Wagen draußen steht
  • Aus Gewohnheit Vollkasko auf ein Auto mit geringem Wert abschließen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ab wann gilt ein Auto als Oldtimer?

Für das H-Kennzeichen ab 30 Jahren nach der Erstzulassung. Viele Versicherer nehmen Fahrzeuge schon ab 20 oder 25 Jahren in ihre Oldtimer- oder Youngtimertarife auf.

Brauche ich ein H-Kennzeichen für die Oldtimerversicherung?

Nicht bei jedem Versicherer. Es erleichtert die Aufnahme, weil ein Gutachten den Zustand schon belegt, und senkt die Steuer auf pauschal 191,73 Euro für Pkw.

Kann ich den Oldtimer ohne Zweitwagen versichern?

Im Spezialtarif meist nicht, weil er ein Alltagsauto voraussetzt. Ohne Zweitwagen bleibt der normale Tarif mit Schadenfreiheitsklasse, der oft teurer ist.

Was bringt ein Wertgutachten?

Es legt fest, welchen Betrag die Kasko nach einem Totalschaden oder Diebstahl zahlt. Ohne Gutachten rechnet der Versicherer oft nur mit dem Zeitwert, der bei Oldtimern deutlich zu niedrig sein kann.

Werde ich nach einem Unfall hochgestuft?

In vielen Oldtimertarifen nicht, weil sie ohne Schadenfreiheitsklasse arbeiten. Häufen sich Schäden, kann der Versicherer den Vertrag aber kündigen oder den Beitrag anheben.

Was ist ein Youngtimer?

Ein gepflegtes Auto, meist zwischen 15 und 30 Jahre alt, das noch kein H-Kennzeichen bekommt. Einige Versicherer bieten dafür eigene Tarife mit ähnlichen Bedingungen an.

Lohnt sich eine Vollkasko für einen Oldtimer?

Bei hohem Wert oder aufwendiger Restaurierung ja, weil schon ein Unfall mit Blechschaden teuer wird. Bei einem Wert von wenigen tausend Euro reicht meist die Teilkasko.

Quellen

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