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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Kfz-Versicherung

Lohnt sich ein Wechselkennzeichen?

Kurz gesagt

Ein Wechselkennzeichen lohnt sich in Deutschland selten wegen des Geldes. Sie zahlen für beide Fahrzeuge die volle Kfz-Steuer und brauchen zwei Versicherungsverträge; einen Nachlass geben die meisten Versicherer nicht mehr. Die Zulassung kostet einmalig rund 85 bis 95 Euro, und Sie stecken nur ein Schild um. Es lohnt sich vor allem für Bequemlichkeit, nicht zum Sparen.

Lohnt sich ein Wechselkennzeichen?

Was es kostet

Gebühren und Bußgelder aus öffentlich genannten Angaben, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Verwaltungsgebühr für das Wechselkennzeichenrund 65 Euro
Schilder je nach Regionrund 20 bis 30 Euro
Zulassung mit Schildern insgesamtrund 85 bis 95 Euro einmalig
Kfz-Steuer100 Prozent für beide Fahrzeuge
Abstellen auf öffentlicher Straße ohne vollständiges Schild40 Euro Verwarnungsgeld

Gebühren und Bußgelder aus öffentlichen Quellen, Stand Oktober 2026.

Die Beiträge im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis;

Ihr genaues Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Alltagsauto und Oldtimer mit einem Wechselkennzeichen

Ein Kombi für jeden Tag und ein Cabrio für Ausflüge, beide Pkw, nie gleichzeitig unterwegs. Angenommene Beiträge mit Haftpflicht und Teilkasko.

Kombi, Haftpflicht und Teilkaskoetwa 600 Euro im Jahr
Cabrio, Haftpflicht und Teilkaskoetwa 300 Euro im Jahr
Nachlass mit Wechselkennzeichen bei den meisten Versicherern0 Euro
Kfz-Steuerunverändert für beide
Zulassung einmaligrund 85 bis 95 Euro

Beim Beitrag sparen Sie meist nichts, die Zulassung kostet einmalig rund 85 bis 95 Euro zusätzlich. Lohnend ist das Wechselkennzeichen hier nur, weil das Umstecken bequemer ist als zwei getrennte Zulassungen.

So funktioniert das Wechselkennzeichen

Seit Juli 2012 können zwei Fahrzeuge desselben Halters ein gemeinsames Kennzeichen tragen. Das Schild besteht aus einem großen gemeinsamen Teil und einem kleinen Teil je Fahrzeug, der fest am Auto bleibt und die letzte Ziffer sowie die HU-Plakette trägt.

Fahren darf immer nur das Fahrzeug, an dem beide Teile stecken. Das andere muss auf einem privaten Stellplatz oder in der Garage stehen.

KombinationWechselkennzeichen möglich?
Zwei Pkw (Klasse M1)ja
Zwei Motorräder oder Quads (Klasse L)ja
Zwei leichte Anhänger bis 750 kg (Klasse O1)ja
Pkw und Motorradnein
Drei Fahrzeugenein, in Deutschland höchstens zwei
Wechsel- und Saisonkennzeichen zusammennein

Warum das Wechselkennzeichen kaum Geld spart

Anders als in Österreich gibt es beim Wechselkennzeichen in Deutschland keine Steuerersparnis. Beide Fahrzeuge werden voll besteuert, als wären sie einzeln zugelassen.

Auch die Versicherung rechnet zwei Fahrzeuge. Jedes braucht eine eigene Haftpflicht mit eigener Schadenfreiheitsklasse. Einen eigenen Tarif oder Nachlass für das Wechselkennzeichen bieten die meisten Versicherer inzwischen nicht mehr an.

Wann sich das Wechselkennzeichen trotzdem lohnt

Wenn Sie zwei Autos haben, aber nie beide gleichzeitig fahren, spart das Wechselkennzeichen Wege zur Zulassungsstelle und Ärger mit zwei Schildersätzen. Typisch ist ein Alltagsauto und ein Oldtimer oder Cabrio, das an freien Tagen bewegt wird.

Praktisch ist auch: Das abgestellte Fahrzeug ist weiter zugelassen und mit Teilkasko gegen Sturm, Hagel, Brand oder Diebstahl am Stellplatz geschützt.

Wann ein Saisonkennzeichen die bessere Wahl ist

Fahren Sie das Zweitfahrzeug nur im Sommer, ist ein Saisonkennzeichen meist günstiger als ein Wechselkennzeichen. Steuer und Versicherung fallen dann nur für die Saisonmonate an.

Das Wechselkennzeichen passt besser, wenn Sie das zweite Fahrzeug das ganze Jahr über spontan nutzen wollen, etwa im Winter an trockenen Tagen.

Grenzen und Nachteile

Ohne privaten Stellplatz für das ruhende Fahrzeug funktioniert das Wechselkennzeichen nicht. Wer das Fahrzeug mit unvollständigem Schild an der Straße abstellt, riskiert 40 Euro, beim Fahren ohne vollständiges Kennzeichen 50 Euro Verwarnungsgeld.

Wollen zwei Personen im Haushalt zur selben Zeit fahren, scheidet das Wechselkennzeichen aus. Dann sind zwei normale Zulassungen nötig.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob beide Fahrzeuge zur selben Klasse gehören und auf Sie zugelassen werden.
  2. Privaten Stellplatz oder Garage für das ruhende Fahrzeug sicherstellen.
  3. Beim Versicherer zwei eVB-Nummern anfordern.
  4. Gegenrechnen: Wäre ein Saisonkennzeichen für das Zweitfahrzeug günstiger?
  5. Wechselkennzeichen bei der Zulassungsstelle beantragen, die zweite Zulassung innerhalb eines Jahres nachholen.

Checkliste

  • Beide Fahrzeuge in derselben Klasse
  • Nie beide gleichzeitig im Einsatz
  • Privater Stellplatz vorhanden
  • Zwei eVB-Nummern vom Versicherer
  • Teilkasko für das ruhende Fahrzeug geprüft
  • Saisonkennzeichen als Alternative durchgerechnet

Häufige Fehler

  • Mit einer Steuerersparnis wie in Österreich rechnen
  • Das Fahrzeug ohne kleines Schild an der Straße parken
  • Ein Wechselkennzeichen für Pkw und Motorrad beantragen wollen
  • Nicht vergleichen, ob ein Saisonkennzeichen günstiger wäre

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Spart ein Wechselkennzeichen Kfz-Steuer?

Nein.

In Deutschland zahlen Sie für beide Fahrzeuge die volle Kfz-Steuer.

Wie viel spare ich bei der Versicherung?

Meist nichts.

Die meisten Versicherer bieten für das Wechselkennzeichen keinen eigenen Nachlass mehr an;

jedes Fahrzeug wird einzeln berechnet.

Brauche ich zwei Versicherungen?

Ja.

Jedes Fahrzeug braucht eine eigene Haftpflicht und für die Zulassung eine eigene eVB-Nummer.

Kann ich Auto und Motorrad mit einem Wechselkennzeichen fahren?

Nein.

Beide Fahrzeuge müssen in derselben Klasse sein, also zwei Pkw oder zwei Krafträder.

Ist das abgestellte Fahrzeug versichert?

Ja, es bleibt zugelassen.

Mit Teilkasko sind etwa Sturm, Hagel, Brand und Diebstahl am Stellplatz gedeckt.

Was kostet ein Wechselkennzeichen?

Rund 65 Euro Gebühr, mit den Schildern insgesamt etwa 85 bis 95 Euro, je nach Zulassungsstelle.

Quellen

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