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Was kostet eine Wohnmobilversicherung?

Kurz gesagt

Für Haftpflicht und Teilkasko zahlen Sie meist 300 bis 800 Euro im Jahr, mit Vollkasko etwa 500 bis 1.500 Euro. Den Ausschlag geben der Wert des Wohnmobils, Ihre Schadenfreiheitsklasse und der Abstellplatz. Die Einrichtung ist über die Kasko nur als fester Einbau gedeckt, Gepäck und Campingausrüstung brauchen einen eigenen Baustein.

Was kostet eine Wohnmobilversicherung?

Was es kostet

Veröffentlichte Beitragsspannen für Wohnmobile in Deutschland, Stand 2026, jeweils im Jahr.

BeispielRichtwert
Haftpflicht und Teilkasko, gebrauchtes Wohnmobiletwa 300 bis 800 Euro
Vollkasko, neueres Wohnmobiletwa 500 bis 1.500 Euro
Integriertes Wohnmobil, Baujahr 2019, SF 5, unter 10.000 Kilometer, Vollkaskoetwa 900 bis 1.500 Euro
Inhaltsversicherung für Ausrüstung und Gepäcketwa 50 bis 200 Euro
Schutzbriefetwa 30 bis 80 Euro
Kfz-Steuer bis 3,5 Tonnen, ab Klasse S4240 Euro

Richtwerte, Stand September 2026, aus öffentlich genannten Spannen. Ihr Beitrag hängt von Fahrzeugwert, Schadenfreiheitsklasse, Wohnort und Abstellplatz ab; das genaue Angebot holen wir ein. Die Einzelwerte im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Kastenwagen, Wert 55.000 Euro, 45 Jahre, SF 15

So setzt sich der Beitrag zusammen, wenn das Fahrzeug von April bis Oktober zugelassen ist und im Winter in einer Halle steht.

Haftpflicht, 100 Millionen Euro pauschaletwa 150 bis 250 Euro
Vollkasko mit 500 Euro, Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligungetwa 350 bis 650 Euro
Saisonkennzeichen April bis Oktoberbereits eingerechnet
Inhaltsbaustein für Ausrüstungetwa 60 bis 100 Euro
Kfz-Steuer 3,5 Tonnen, Klasse S4 oder besser, nur Saisonetwa 140 Euro

Zusammen etwa 560 bis 1.000 Euro im Jahr für die Versicherung, dazu rund 140 Euro Steuer. Ohne Vollkasko, nur mit Teilkasko, läge die Versicherung eher bei 350 bis 550 Euro.

Wovon der Beitrag abhängt

Wohnmobile fahren im Schnitt wenig und verursachen seltener Unfälle als Alltagsautos. Die Haftpflicht ist deshalb oft günstiger als beim Pkw. Teuer wird die Kasko, weil ein Schaden am Aufbau schnell fünfstellig ist und die Fahrzeuge oft 50.000 Euro und mehr kosten.

Außerdem zählen Ihre Schadenfreiheitsklasse, der Wohnort, das Alter der Fahrer, die Kilometer im Jahr und wo das Fahrzeug steht. Manche Tarife nehmen Wohnmobile nur bis zu einem bestimmten Alter oder Gewicht auf.

FaktorWirkung auf den Beitrag
Neuwert und Alter des Fahrzeugsstark, vor allem in der Vollkasko
Schadenfreiheitsklassestark, SF 0 kann das Doppelte kosten
Saisonkennzeichensenkt den Beitrag, weil nur die Fahrmonate zählen
Selbstbeteiligung 300 statt 150 Euro in der Vollkaskosenkt den Kaskoanteil spürbar
Abstellplatz in Halle oder auf eingezäuntem Geländesenkt vor allem den Diebstahlanteil
Fahrer unter 25 Jahrendeutlicher Aufschlag
Gelegentliche VermietungAufschlag oder eigener Tarif nötig

Was die Kasko beim Wohnmobil nicht zahlt

Die Kasko deckt das Fahrzeug mit fest eingebauten Teilen, also Küche, Bad, Möbel und meist auch Markise und Solaranlage. Nachgerüstete Teile sollten Sie melden, sonst fehlen sie in der Summe. Lose Dinge wie Fahrräder auf dem Träger, Kleidung, Laptop und Campingmöbel sind nicht mitversichert.

Die Hausratversicherung hilft unterwegs nur begrenzt, weil sie außerhalb der Wohnung oft nur einen kleinen Teil der Summe zahlt und Diebstahl aus Fahrzeugen häufig ausschließt. Wer viel Ausrüstung dabei hat, fährt mit einem Inhaltsbaustein besser. Bei wenig Gepäck können Sie darauf verzichten.

Schutzbrief und Ausland

Ein Schutzbrief organisiert Abschleppen, Ersatzteile und den Rücktransport. Prüfen Sie, ob er für Ihr Gewicht und Ihre Länge gilt: Manche Schutzbriefe decken nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen oder begrenzen die Kosten für den Rücktransport eines großen Fahrzeugs.

Innerhalb der EU gilt die Haftpflicht ohne Zusatz. Wer in die Türkei, nach Marokko oder in andere Länder außerhalb der EU fährt, braucht die Grüne Karte mit dem passenden Länderkürzel. Für längere Reisen lohnt ein Blick, wie lange die Kasko im Ausland am Stück gilt.

Über 3,5 Tonnen und Vermietung

Wohnmobile über 3,5 Tonnen lassen sich versichern, das Angebot ist aber kleiner und die Kasko teurer. Die Steuer steigt ebenfalls, bei 6,6 Tonnen liegt sie schon bei rund 495 Euro im Jahr. Für das Fahren brauchen Sie ab 3,5 Tonnen zudem die passende Führerscheinklasse.

Vermieten Sie Ihr Wohnmobil gelegentlich an Fremde, müssen Sie das dem Versicherer vorher sagen. Viele private Tarife schließen die Vermietung aus, dann fehlt im Schaden der Schutz. Vermietung über eine Plattform bringt oft deren eigene Versicherung mit, prüfen Sie aber, was bei Ihrem eigenen Vertrag hängen bleibt.

Schritt für Schritt

  1. Neuwert, Sonderausstattung und Nachrüstungen zusammenstellen.
  2. Schadenfreiheitsklasse klären oder prüfen, ob eine Zweitwageneinstufung möglich ist.
  3. Nach Wert entscheiden: Vollkasko bei neuen und finanzierten Fahrzeugen, sonst meist Teilkasko.
  4. Saisonkennzeichen wählen, wenn das Fahrzeug im Winter sicher steht.
  5. Inhalt, Schutzbrief und Auslandsgeltung nach Ihren Reisen festlegen.
  6. Angebote mit gleicher Deckung und gleicher Selbstbeteiligung vergleichen.

Checkliste

  • Haftpflicht mit 100 Millionen Euro pauschal
  • Fest eingebaute Teile und Nachrüstungen in der Kasko erfasst
  • Neupreisentschädigung für die ersten Jahre bei einem neuen Fahrzeug
  • Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit
  • Schutzbrief gilt für Gewicht und Länge Ihres Fahrzeugs
  • Ausrüstung und Gepäck gesondert versichert, wenn wertvoll
  • Vermietung gemeldet, wenn Sie vermieten

Häufige Fehler

  • Sich darauf verlassen, dass die Hausratversicherung das Gepäck im Wohnmobil voll zahlt
  • Nachgerüstete Solaranlage, Markise oder Satellitenschüssel nicht melden
  • Das Wohnmobil privat vermieten, ohne den Versicherer zu fragen
  • Mit Saisonkennzeichen außerhalb der Saison fahren
  • Bei einem älteren Fahrzeug die Vollkasko aus Gewohnheit behalten

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Was kostet eine Wohnmobilversicherung im Monat?

Mit Haftpflicht und Teilkasko meist etwa 25 bis 70 Euro, mit Vollkasko etwa 40 bis 125 Euro, je nach Wert und Schadenfreiheitsklasse.

Ist eine Wohnmobilversicherung teurer als eine Autoversicherung?

Die Haftpflicht ist oft günstiger, weil Wohnmobile wenig fahren. Die Kasko ist wegen des hohen Werts und teurer Reparaturen am Aufbau meist teurer.

Brauche ich für das Wohnmobil eine Vollkasko?

Bei einem neuen oder finanzierten Fahrzeug fast immer. Bei einem älteren Wohnmobil mit wenigen tausend Euro Wert reicht oft die Teilkasko gegen Diebstahl, Sturm, Hagel und Glasbruch.

Ist das Vorzelt mitversichert?

Meist nicht über die Kasko, weil es nicht fest verbunden ist. Einige Inhaltsbausteine schließen Vorzelt und Campingmöbel ein, prüfen Sie das im Angebot.

Bekomme ich meine Schadenfreiheitsklasse vom Auto?

Nicht automatisch. Viele Versicherer stufen ein Wohnmobil als Zweitfahrzeug günstiger ein, wenn Sie beim Auto schon länger schadenfrei sind.

Lohnt sich ein Saisonkennzeichen?

Ja, wenn Sie im Winter sicher nicht fahren. Sie sparen Versicherung und Steuer für die Monate ohne Zulassung, müssen das Fahrzeug dann aber auf privatem Grund abstellen.

Was kostet die Steuer für ein Wohnmobil?

Bis 3,5 Tonnen mit Schadstoffklasse S4 oder besser 240 Euro im Jahr. Ältere Fahrzeuge mit schlechterer Klasse und schwerere Wohnmobile zahlen mehr.

Quellen

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