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Welche Versicherungen brauche ich beim Hausbau?

Kurz gesagt

Wichtig sind drei: die Bauherrenhaftpflicht, die Feuerrohbauversicherung, die oft beitragsfrei in der künftigen Wohngebäudeversicherung steckt, und bei Helfern die Anmeldung bei der BG BAU. Die Bauleistungsversicherung ist sinnvoll, aber keine Pflicht. Für ein Einfamilienhaus zahlen Sie zusammen meist etwa 300 bis 900 Euro einmalig.

Welche Versicherungen brauche ich beim Hausbau?

Was es kostet

Richtwerte aus veröffentlichten Angaben für ein Einfamilienhaus in Deutschland, Stand September 2026. Die Beiträge der BG BAU sind amtlich festgesetzt.

BeispielRichtwert
Bauherrenhaftpflicht, Bausumme 300.000 Euroetwa 100 bis 300 Euro einmalig
Bauleistungsversicherung, Bausumme 250.000 bis 400.000 Euroetwa 170 bis 500 Euro einmalig
Bauleistungsversicherung, Bausumme 257.000 Euro, drei Angeboteetwa 250 bis 357 Euro einmalig
BG BAU, 200 Helferstunden im Jahr 2026etwa 243 Euro
Feuerrohbau mit anschließender Wohngebäudeversicherungmeist 0 Euro für 12 bis 24 Monate

Versicherungsbeiträge aus öffentlich genannten Beispielen, BG BAU nach deren Beitragsangaben für 2026. Die Gesamtsumme von etwa 300 bis 900 Euro ist aus diesen Werten addiert und ein Richtwert aus der Angebotspraxis; das genaue Angebot holen wir ein.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus in Massivbauweise, 300.000 Euro Bausumme, Helfer beim Innenausbau

Das Grundstück gehört der Familie, gebaut wird mit mehreren Handwerksfirmen, Freunde helfen rund 200 Stunden mit.

Bauherrenhaftpflichtetwa 100 bis 300 Euro
Feuerrohbau mit Wohngebäudeversicherung0 Euro während der Bauzeit
Bauleistungsversicherungetwa 200 bis 350 Euro
BG BAU für 200 Helferstundenetwa 243 Euro

Zusammen etwa 540 bis 890 Euro einmalig für die Bauzeit. Ohne Helfer und ohne Bauleistungsversicherung wären es nur 100 bis 300 Euro, dann tragen Sie Sturmschäden am Rohbau aber selbst.

Die Übersicht: was Sie brauchen und was nicht

Beim Hausbau tauchen viele Versicherungen auf, nicht alle sind nötig. Die folgende Tabelle ordnet sie danach, wie dringend sie sind. Die Beiträge gelten für ein Einfamilienhaus mit einer Bausumme von etwa 250.000 bis 400.000 Euro und werden meist einmal für die Bauzeit bezahlt.

VersicherungWofürWie dringendBeitrag
BauherrenhaftpflichtSchäden Dritter durch Ihre Baustelledringend, außer die Privathaftpflicht deckt den Bauetwa 100 bis 400 Euro einmalig
FeuerrohbauversicherungBrand, Blitz und Explosion am Rohbaudringend, die Bank verlangt sie meistoft beitragsfrei mit der Wohngebäudeversicherung
BG BAU für HelferUnfälle privater Helfergesetzliche Pflicht, wenn Helfer mitarbeitenrund 1,21 Euro je Stunde, mindestens 100 Euro
BauleistungsversicherungSturm, Wasser, Vandalismus, Baumängel durch Unfall am Neubausinnvoll, keine Pflichtetwa 170 bis 500 Euro einmalig
Private Unfallversicherung für sich selbsteigene Unfälle auf der Baustelleje nach Eigenleistungnach Tarif
Wohngebäudeversicherungdas fertige Hausab Bezug dringend, die Bank verlangt siejährlicher Beitrag

Bauherrenhaftpflicht: Ihre Pflichten auf der Baustelle

Als Bauherr müssen Sie dafür sorgen, dass von der Baustelle keine Gefahr für andere ausgeht. Das gilt auch, wenn Sie alles an Firmen vergeben haben. Fällt ein Passant in die Baugrube, stehen Sie in der Pflicht.

Die Bauherrenhaftpflicht zahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte ab. Sie brauchen sie nicht, wenn Ihre Privathaftpflicht Bauvorhaben bis zu Ihrer Bausumme einschließt, oder wenn ein Bauträger auf seinem eigenen Grundstück baut und Ihnen das Haus erst fertig übergibt.

Feuerrohbau: meist kostenlos, aber an Bedingungen geknüpft

Viele Versicherer schützen den Rohbau gegen Feuer, Blitz und Explosion beitragsfrei für 12 bis 24 Monate, wenn Sie bei ihnen die Wohngebäudeversicherung für das fertige Haus abschließen. Ab Bezug oder nach Ablauf der Frist wird daraus die normale Wohngebäudeversicherung mit Beitrag.

Die Grenze: Sturm, Hagel, Diebstahl und Vandalismus sind im Feuerrohbau nicht enthalten. Ein abgedecktes Dach nach einem Sturm im Rohbau zahlt diese Versicherung nicht. Achten Sie auch auf die Frist: Bei manchen Anbietern sind es nur sechs Monate, das reicht für einen Massivbau selten.

Helfer auf der Baustelle: die einzige echte Pflicht

Arbeiten Freunde, Nachbarn oder Verwandte mit, müssen Sie diese bei der BG BAU anmelden, egal ob sie Geld bekommen oder nicht. Ihr Ehepartner zählt nicht dazu. Ausgenommen sind nur sehr kurze Einsätze, die zusammen die übliche Wochenarbeitszeit am Bau nicht überschreiten, derzeit 40 Stunden.

Der Beitrag für 2026 errechnet sich aus den Helferstunden mal 15,82 Euro fiktivem Stundenlohn mal 7,6692 Prozent. Das sind rund 1,21 Euro je Stunde, bei 200 Stunden also etwa 243 Euro. Der Mindestbeitrag liegt bei 100 Euro.

Sie selbst sind als Bauherr über diese Pflichtversicherung nicht automatisch geschützt. Die BG BAU bietet dafür eine freiwillige Versicherung an. Alternativ prüfen Sie, ob Ihre private Unfallversicherung ausreicht.

Bauleistungsversicherung: wann sie sich lohnt und wann nicht

Die Bauleistungsversicherung zahlt, wenn am Neubau selbst etwas kaputtgeht, bevor Sie ihn abnehmen: ein Sturm reißt die frisch gesetzte Wand um, Starkregen flutet den Keller, Unbekannte zerstören Fenster. Ohne sie streiten sich oft Bauherr und Firmen, wer den Schaden trägt.

Sie lohnt sich vor allem bei Massivbau mit langer Bauzeit, bei vielen einzelnen Gewerken und bei viel Eigenleistung. Weniger nötig ist sie, wenn ein Generalunternehmer oder Fertighausanbieter die Bauleistung bis zur Abnahme ohnehin selbst versichert hat. Fragen Sie danach, bevor Sie doppelt zahlen.

Schritt für Schritt

  1. Klären, ob Ihnen das Grundstück während des Baus schon gehört.
  2. In der Privathaftpflicht die Grenze für Bauvorhaben nachsehen.
  3. Wohngebäudeversicherung mit beitragsfreiem Feuerrohbau vor Baubeginn abschließen.
  4. Beim Bauunternehmen fragen, ob die Bauleistung bis zur Abnahme versichert ist.
  5. Helfer vor Beginn bei der BG BAU anmelden und Stunden aufschreiben.

Checkliste

  • Bauherrenhaftpflicht ab dem ersten Tag auf dem Grundstück
  • Feuerrohbau mit ausreichender Frist, besser 24 als 6 Monate
  • Sicherungsschein für die Bank angefordert
  • Helfer bei der BG BAU gemeldet
  • Eigene Absicherung bei Eigenleistung geklärt
  • Wohngebäudeversicherung zum Bezug nahtlos angeschlossen

Häufige Fehler

  • Helfer nicht anmelden und bei einem Unfall selbst für die Behandlung aufkommen
  • Feuerrohbau für Sturmschutz halten
  • Bauleistung doppelt versichern, obwohl der Generalunternehmer das schon tut
  • Versicherungen erst abschließen, wenn der Rohbau steht

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Welche Versicherung ist beim Hausbau Pflicht?

Gesetzlich nur die Anmeldung privater Helfer bei der BG BAU. Die Feuerrohbauversicherung verlangt fast jede Bank als Bedingung für den Kredit.

Brauche ich beim Kauf vom Bauträger eigene Bauversicherungen?

Meist nicht, solange das Grundstück bis zur Übergabe dem Bauträger gehört. Dann liegen Pflichten und Risiken bei ihm. Die Wohngebäudeversicherung brauchen Sie ab Übergabe.

Ist die Bauleistungsversicherung sinnvoll?

Bei langer Bauzeit, vielen Gewerken und Eigenleistung ja. Bei einem Fertighaus mit kurzer Bauzeit und versicherter Bauleistung des Herstellers oft nicht.

Bin ich als Bauherr selbst unfallversichert?

Nicht über die Pflichtversicherung für Helfer. Sie können sich freiwillig bei der BG BAU versichern oder eine private Unfallversicherung nutzen.

Was kostet die Anmeldung von Helfern bei der BG BAU?

Für 2026 rund 1,21 Euro je Helferstunde, mindestens 100 Euro. Bei 200 Stunden sind das etwa 243 Euro.

Wann beginnt die Wohngebäudeversicherung?

Mit Bezug oder nach Ablauf der beitragsfreien Feuerrohbauzeit. Ab dann gilt sie mit vollem Umfang und jährlichem Beitrag.

Quellen

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