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Bisex- oder Unisex-Tarif: Lohnt der Wechsel in der PKV?

Kurz gesagt

Der Wechsel vom Bisex- in einen Unisex-Tarif der PKV lohnt sich vor allem für Frauen, deren Bisex-Beitrag oft deutlich höher war. Für Männer ist Unisex häufig teurer, oder der Vorteil ist klein. Bedenken Sie: Der Wechsel geht nur in eine Richtung, zurück in Bisex ist gesetzlich ausgeschlossen. Und Sie verlieren den Standardtarif, der 2026 höchstens 848,62 Euro im Monat kosten darf.

Bisex- oder Unisex-Tarif: Lohnt der Wechsel in der PKV?

Was es kostet

Werte aus Gesetz und Angaben des PKV-Verbands, Stand Oktober 2026.

BeispielRichtwert
Höchstbeitrag Standardtarif 2026848,62 Euro im Monat
Höchstbeitrag Standardtarif 2025804,82 Euro im Monat
Stichtag für Unisex in allen neuen Tarifen21. Dezember 2012
Ersparnis durch internen Tarifwechsel allgemeinoft 10 bis 30 Prozent

Ob Unisex für Sie günstiger ist, lässt sich nur mit den Tarifen Ihres Versicherers rechnen.

Die Ersparnisspanne ist ein veröffentlichter Durchschnitt, kein Versprechen für Ihren Vertrag.

Rechenbeispiel

Ehepaar, beide 52, seit 2008 im selben Bisex-Tarif

Angenommene Beiträge für gleichartige Leistungen beim selben Versicherer.

Sie, Bisex-Tarif760 Euro im Monat
Sie, Unisex-Tarif650 Euro im Monat
Er, Bisex-Tarif590 Euro im Monat
Er, Unisex-Tarif650 Euro im Monat

Für sie spart der Wechsel 110 Euro im Monat, kostet aber den Zugang zum Standardtarif. Er bleibt im Bisex-Tarif. Sie sollte vorher prüfen, ob ein anderer Bisex-Tarif mit höherem Selbstbehalt ähnlich viel spart.

Was Bisex und Unisex unterscheidet

In einem Bisex-Tarif rechnet der Versicherer das Geschlecht in den Beitrag ein. In der privaten Krankenversicherung waren die Tarife für Frauen dadurch deutlich teurer. Seit dem 21. Dezember 2012 dürfen neue Tarife das Geschlecht nicht mehr berücksichtigen, Männer und Frauen zahlen bei sonst gleichen Merkmalen denselben Beitrag.

Wer vorher versichert war, blieb in seinem Bisex-Tarif. Diese Tarife werden weitergeführt, nehmen aber keine neuen Kunden mehr auf.

Für wen sich der Wechsel zu Unisex lohnt

Frauen zahlen im Bisex-Tarif meist mehr. Für sie kann ein Unisex-Tarif mit gleichartigen Leistungen beim selben Versicherer spürbar günstiger sein. Männer haben im Bisex-Tarif dagegen oft den günstigeren Beitrag und verlieren durch einen Wechsel eher.

Neben dem Geschlecht zählen Leistungen und Kalkulation des einzelnen Tarifs. Ein Wechsel ist deshalb kein Automatismus: Lassen Sie sich alte und neue Tarife mit Beitrag und Leistungen schriftlich gegenüberstellen.

LageTendenz
Frau, Bisex-Tarif, gleichartiger Unisex-Tarif verfügbarWechsel prüfen, oft günstiger
Mann, Bisex-Tarifmeist im Bisex-Tarif bleiben, nur intern innerhalb Bisex vergleichen
Über 55 mit kleiner Rente in SichtBisex halten wegen Zugang zum Standardtarif
Unisex-Tarif mit klar besseren Leistungen gewünschtWechsel möglich, Mehrleistung mit Gesundheitsprüfung

Der Weg zurück ist versperrt

Das Recht auf Tarifwechsel aus § 204 VVG schließt den Wechsel aus einem geschlechtsunabhängig kalkulierten Tarif in einen geschlechtsabhängigen ausdrücklich aus. Wer einmal in Unisex ist, bleibt dort.

Prüfen Sie deshalb vor dem Wechsel auch die anderen Bisex-Tarife Ihres Versicherers. Oft gibt es dort günstigere Varianten, etwa mit höherem Selbstbehalt, ohne dass Sie den Bisex-Bestand verlassen.

Standardtarif: der Notausgang, den Unisex schließt

Der Standardtarif ist ein Bisex-Tarif mit gesetzlich gedeckeltem Beitrag. Er steht nur Versicherten offen, die vor 2009 in die PKV eingetreten sind. Wer aus einem alten Bisex-Tarif in einen Unisex-Tarif gewechselt ist, hat keinen Zugang mehr, wer erst ab 2009 privat versichert ist, ohnehin nicht.

Für Menschen, die im Alter mit kleiner Rente rechnen, ist das ein echter Verlust. 2026 darf der Standardtarif höchstens 848,62 Euro im Monat kosten. Ein heute günstigerer Unisex-Tarif kann diese Grenze später überschreiten.

Schritt für Schritt

  1. Beim Versicherer alle Bisex- und Unisex-Tarife mit gleichartigem Schutz für Ihr Alter anfragen.
  2. Beiträge und Leistungen schriftlich gegenüberstellen lassen.
  3. Zuerst günstigere Bisex-Varianten prüfen.
  4. Abwägen, wie wichtig der Standardtarif für Ihr Alter ist.
  5. Erst dann den Wechsel in Unisex beantragen, wissend, dass er endgültig ist.

Checkliste

  • Beitrag Bisex und Unisex bei gleichen Leistungen bekannt
  • Andere Bisex-Tarife des Versicherers geprüft
  • Folgen für den Standardtarif verstanden
  • Mehrleistungen und Gesundheitsprüfung geklärt
  • Wechsel schriftlich mit Anrechnung der Alterungsrückstellung

Häufige Fehler

  • Als Mann in Unisex wechseln, weil der Tarif neuer klingt
  • Den Standardtarif als Notausgang aufgeben, ohne es zu merken
  • Nur Unisex anfragen und günstigere Bisex-Tarife übersehen
  • Glauben, man könne später wieder zurück

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Kann ich von Unisex zurück in Bisex?

Nein.

§ 204 VVG schließt diesen Wechsel ausdrücklich aus.

Werden Bisex-Tarife abgeschafft?

Nein, sie laufen für bestehende Kunden weiter.

Neue Kunden nehmen sie seit dem 21.

Dezember 2012 nicht mehr auf.

Lohnt der Wechsel für Männer?

Meist nicht, weil Männer im Bisex-Tarif in der Regel günstiger eingestuft sind.

Vergleichen Sie trotzdem konkret, Tarife unterscheiden sich stark.

Brauche ich für den Wechsel eine Gesundheitsprüfung?

Nur wenn der neue Tarif mehr leistet.

Für die Mehrleistung kann der Versicherer Zuschlag, Wartezeit oder Ausschluss verlangen.

Gilt Unisex auch für die Pflegeversicherung?

Für alle seit dem 21.

Dezember 2012 neu abgeschlossenen Verträge gilt Unisex.

Ob ein alter Pflegetarif noch Bisex ist, steht in Ihrem Versicherungsschein.

Quellen

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