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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen / Elementarschaden

Sind Schäden durch Grundwasser versichert?

Kurz gesagt

Nur in einem Fall: Das Grundwasser tritt an die Oberfläche, überflutet das Grundstück und läuft von dort ins Haus. Dann zahlt der Elementarschutz. Drückt es dagegen von unten durch Bodenplatte oder Kellerwand, ohne dass draußen Wasser steht, zahlt meist niemand. Die Abdichtung ist dann Sache des Eigentümers und kostet schnell über 15.000 Euro.

Sind Schäden durch Grundwasser versichert?

Was es kostet

Kosten für den Elementarschutz und für die Abdichtung, wenn keine Versicherung zahlt.

BeispielRichtwert
Elementarbaustein Hausrat, Gefährdungsklasse 1 und 2rund 18 bis 27 Euro Aufpreis im Jahr
Elementarbaustein Wohngebäude, Gefährdungsklasse 1im Schnitt rund 92 Euro Aufpreis im Jahr
Kellerabdichtung von außen, ohne Erdaushubetwa 150 Euro je Quadratmeter
Nachträgliche Horizontalsperre im Mauerwerketwa 236 bis 286 Euro je laufendem Meter
Umfassende Kellersanierung mit Freilegen, Trocknen und Abdichtenab etwa 15.000 Euro
Sanierung eines Kellerbodens bei drückendem Grundwasseretwa 10.000 bis 30.000 Euro

Stand September 2026, aus veröffentlichten Tarif- und Handwerkerpreisen. Abdichtungskosten schwanken stark mit Bodenart, Tiefe und Zugang; ein Gutachter vor Ort gibt die belastbare Zahl.

Rechenbeispiel

Einfamilienhaus nach nassem Frühjahr, Keller 60 Quadratmeter

Nach Wochen mit viel Regen steht 5 Zentimeter Wasser im Keller. Draußen ist der Rasen nass, aber nirgends steht Wasser. Das Wasser kommt durch Fugen in der Bodenplatte.

Trocknung des Kellers, 60 m² zu etwa 25 Euro1.500 Euro
Waschmaschine, Trockner und Regale1.800 Euro
Abdichtung und Sanierung des Bodens10.000 bis 30.000 Euro
Leistung des Elementarschutzes0 Euro, weil keine Überflutung des Grundstücks

Der Eigentümer trägt alles selbst, rund 13.000 bis 33.000 Euro. Wäre das Wasser erst sichtbar über das Grundstück gelaufen, hätten Gebäude- und Hausratversicherung mit Elementarbaustein gezahlt.

Warum Grundwasser meist nicht versichert ist

Der Elementarschutz zahlt bei Überschwemmung. Gemeint ist, dass Grund und Boden Ihres Grundstücks mit erheblichen Mengen Wasser an der Oberfläche überflutet werden. Dieses Wasser kann aus einem Fluss kommen, vom Starkregen oder eben aus dem Boden, wenn der Grundwasserspiegel so hoch steigt, dass Wasser austritt.

Sickert Grundwasser dagegen unterirdisch durch die Kellerwand oder die Bodenplatte, ohne dass draußen etwas zu sehen ist, sehen Versicherer das als Frage der Bauweise. Ein Keller muss gegen das Grundwasser an seinem Standort dicht sein. Fehlt diese Abdichtung, ist das kein Naturereignis, sondern ein Baumangel.

SituationZahlt der Elementarschutz?
Fluss tritt über die Ufer, Wasser läuft über den Garten in den Kellerja
Grundwasser steigt, steht sichtbar auf dem Rasen und läuft ins Hausja
Nach Dauerregen feuchter Keller, draußen alles trockennein
Wasser drückt durch Risse in der Bodenplattenein
Wasser läuft durch den Kellerablauf zurück ins Hausnur wenn Rückstau mitversichert ist
Schichtenwasser dringt seitlich durch die Kellerwandin der Regel nein

Was das für Mieter und Eigentümer heißt

Als Eigentümer tragen Sie das Risiko von drückendem Grundwasser selbst. Die Wohngebäudeversicherung zahlt dafür auch mit Elementarbaustein in der Regel nicht. Ihr Schutz ist eine dichte Bauweise, bei Neubauten oft ein wasserundurchlässiger Betonkeller, eine sogenannte weiße Wanne.

Als Mieter zahlt Ihre Hausrat mit Elementarbaustein für Ihre Sachen, wenn der Keller überflutet wurde. Sickert Grundwasser ein, ist das ein Mangel der Mietsache. Dann ist der Vermieter gefordert, und eine Minderung der Miete kann in Frage kommen. Lagern Sie Wertvolles nicht direkt auf dem Kellerboden.

Wann sich der Elementarbaustein trotzdem lohnt

Auch wenn drückendes Grundwasser draußen bleibt: Überflutung durch Starkregen, einen Bach oder austretendes Grundwasser ist in vielen Gegenden das größere Risiko. Genau das deckt der Baustein.

Nicht brauchen Sie ihn, wenn Sie in einer oberen Etage wohnen, keinen Keller nutzen und das Haus nicht in einer Senke oder am Wasser liegt. Dann ist der Hausratbaustein meist verzichtbar. Beim Gebäude sieht es anders aus, weil Starkregen überall auftreten kann.

Im Schadenfall: Beweise sichern

Ob der Versicherer zahlt, hängt oft an der Frage, ob draußen Wasser stand. Fotografieren oder filmen Sie deshalb sofort Garten, Einfahrt, Lichtschächte und Straße, am besten mit Uhrzeit. Nachbarn als Zeugen helfen ebenfalls.

Pumpen Sie Wasser ab und lüften Sie, um den Schaden zu begrenzen. Melden Sie den Schaden auch dann, wenn Sie unsicher sind, ob er versichert ist. Die Einordnung übernimmt der Versicherer, und eine späte Meldung schadet nur.

Schritt für Schritt

  1. Fotos und Videos von Grundstück, Lichtschächten und Keller mit Uhrzeit machen.
  2. Wasser abpumpen, Strom im Keller abschalten, wenn Wasser an Steckdosen kommt.
  3. Schaden bei Gebäude- und Hausratversicherung melden, auch wenn Sie unsicher sind.
  4. Nachbarn fragen, ob sie Wasser auf den Grundstücken gesehen haben.
  5. Bei wiederkehrender Feuchte einen Bausachverständigen die Ursache klären lassen.
  6. Vor Kauf oder Bau den Grundwasserstand bei der Gemeinde oder im Baugrundgutachten erfragen.

Checkliste

  • Elementarbaustein für Gebäude und Hausrat abgeschlossen
  • Rückstau ausdrücklich mitversichert, Rückstauklappe eingebaut und gewartet
  • Keller gegen den örtlichen Grundwasserstand abgedichtet
  • Wertvolles im Keller erhöht oder in oberen Etagen gelagert
  • Fotos vom trockenen Keller als Vergleich vorhanden
  • Bei Neubau in Grundwassernähe weiße Wanne eingeplant

Häufige Fehler

  • Glauben, der Elementarschutz zahle für jeden nassen Keller
  • Keine Fotos vom Grundstück machen, solange das Wasser noch steht
  • Den Keller nach dem Schaden sofort sanieren, bevor der Versicherer ihn gesehen hat
  • Beim Hauskauf nicht nach Grundwasserständen und alten Feuchteschäden fragen

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Wohngebäudeversicherung bei Grundwasser im Keller?

Ohne Elementarbaustein nicht. Mit Baustein nur, wenn das Grundwasser an die Oberfläche getreten ist und das Grundstück überflutet hat.

Was ist drückendes Grundwasser?

Grundwasser, das so hoch steht, dass es von außen Druck auf Kellerwände und Boden ausübt. Ist der Keller nicht dafür gebaut, sickert es durch. Versichert ist das in aller Regel nicht.

Gibt es eine Versicherung speziell gegen Grundwasser?

Für Privatleute kaum. Einzelne Tarife erweitern den Schutz, aber mit Grenzen. Der wirksame Schutz ist die Abdichtung des Kellers.

Wer zahlt als Mieter, wenn Grundwasser in den Keller kommt?

Für Ihre Sachen die Hausrat mit Elementarbaustein nur bei Überflutung des Grundstücks. Sickert Wasser ein, ist das ein Mangel, um den sich der Vermieter kümmern muss.

Wie beweise ich, dass Wasser auf dem Grundstück stand?

Mit Fotos und Videos mit Uhrzeit, Zeugen aus der Nachbarschaft, Einsatzberichten der Feuerwehr und Pegeldaten der Behörden.

Hilft eine Rückstauklappe gegen Grundwasser?

Nein. Sie verhindert, dass Wasser aus dem Kanal zurück ins Haus läuft. Gegen Wasser, das durch Wände drückt, hilft nur eine Abdichtung.

Quellen

NAMMERT Versicherungsmakler

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