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Wer zahlt den Schaden an meiner eigenen Drohne?

Kurz gesagt

Die Haftpflicht zahlt nie für Ihre eigene Drohne, nur für Schäden bei anderen. Für Absturz, Bedienfehler und Diebstahl brauchen Sie eine Drohnenkasko. Für ein Gerät bis 1.000 Euro Kaufpreis kostet sie etwa 90 bis 110 Euro im Jahr, meist mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Die Hausratversicherung hilft nur bei Brand oder Einbruch zu Hause. Für günstige Drohnen lohnt sich Kasko selten.

Wer zahlt den Schaden an meiner eigenen Drohne?

Was es kostet

Richtwerte aus einer veröffentlichten Tariftabelle und aus Vergleichen, Stand der Tabelle August 2023. Nettobeiträge zuzüglich 19 Prozent Versicherungsteuer.

BeispielRichtwert
Drohnenkasko, Kaufpreis 100 bis 1.000 Euro89 Euro netto, mit Steuer etwa 106 Euro im Jahr
Drohnenkasko, Kaufpreis 1.501 bis 2.000 Euro131 Euro netto, mit Steuer etwa 156 Euro im Jahr
Drohnenkasko, Kaufpreis 4.501 bis 5.000 Euro257 Euro netto, mit Steuer etwa 306 Euro im Jahr
Günstigste Kaskoangebote im Vergleichab etwa 24 Euro im Jahr
Austauschprogramm des Herstellers, kleine Drohne, 1 Jahretwa 80 bis 90 Euro plus rund 75 Euro je Austausch

Richtwerte, Stand September 2026. Sehr günstige Kaskoangebote haben oft engere Leistungen, etwa ohne Diebstahl unterwegs. Dass sich Kasko erst ab etwa 1.500 Euro Kaufpreis rechnet, ist ein Richtwert aus der Angebotspraxis.

Rechenbeispiel

Drohne für 1.200 Euro, Absturz nach 20 Monaten

So viel kommt bei einem Totalschaden an, wenn die Kasko direkt nach dem Kauf abgeschlossen wurde.

Kaufpreis1.200 Euro
Beitrag (110 Euro netto plus Steuer)etwa 131 Euro im Jahr
Altersabzug ab dem 19. Monat, 25 Prozentminus 300 Euro
Selbstbeteiligungminus 150 Euro
Auszahlung750 Euro

Nach zwei Beiträgen von zusammen etwa 262 Euro bekommen Sie 750 Euro. Ohne Schaden hätten Sie die 262 Euro gespart.

Wer bei welchem Schaden zahlt

Für die eigene Drohne gibt es drei mögliche Zahler: eine Drohnenkasko, die Hausratversicherung und das Austauschprogramm des Herstellers. Die Haftpflicht gehört nicht dazu, sie ersetzt nur, was Ihre Drohne bei anderen beschädigt.

Den typischen Schaden, den Absturz beim Fliegen, deckt nur die Kasko oder ein Herstellerprogramm. Die Hausrat greift erst, wenn die Drohne zu Hause verbrennt oder bei einem Einbruch gestohlen wird.

SchadenDrohnenkaskoHausratHaftpflicht
Absturz, Bruch nach Kollisionjaneinnein
Bedienfehlerin guten Tarifen janeinnein
Diebstahl aus der Wohnung nach Einbruchjajanein
Diebstahl unterwegsja, oft rund um die Uhrmeist neinnein
Liegen gelassen, verlorenmeist neinneinnein
Wohnungsbrandjajanein
Schaden an einem fremden Autoneinneinja

Was eine Drohnenkasko leistet und wo sie kürzt

Die Kasko zahlt Reparatur oder Ersatz bis zur Versicherungssumme, die sich nach dem Kaufpreis richtet. Gute Tarife schließen Akkus, Fernsteuerung und Kamera ein und verzichten bei Bedienfehlern auf den Einwand grober Fahrlässigkeit.

Der Haken steckt in den Altersabzügen. In veröffentlichten Tarifen gibt es bis 18 Monate den vollen Neuwert, danach zieht der Versicherer 25 Prozent ab, ab dem vierten Jahr 35 Prozent, ab dem fünften 50 Prozent und nach fünf Jahren 75 Prozent. Eine ältere Drohne bringt im Schadenfall also nur noch einen Bruchteil.

Viele Anbieter nehmen zudem nur Drohnen auf, die bei Abschluss höchstens 18 Monate alt sind. Wer eine Kasko will, entscheidet sich deshalb am besten gleich nach dem Kauf.

Die Grenzen, die kaum jemand liest

Vergessen, liegen lassen und verlieren sind in veröffentlichten Bedingungen ausdrücklich nicht versichert. Fliegt die Drohne davon und bleibt verschwunden, müssen Sie sehr genau nachlesen, ob der Tarif das als Absturz oder als Verlust behandelt.

Verschleiß, schwächer werdende Akkus und Mängel, die schon beim Abschluss bestanden, zahlt keine Kasko. Und wer gegen die Flugregeln verstößt, etwa in einer Verbotszone fliegt, riskiert Kürzungen.

Kasko oder Austauschprogramm des Herstellers

Hersteller bieten eigene Programme an, bei denen Sie für einen festen Betrag je Fall ein Ersatzgerät bekommen. Für eine kleine Drohne kostet ein Jahr etwa 80 bis 90 Euro, dazu rund 75 Euro je Austausch, höchstens zweimal im Jahr. Das Programm muss meist kurz nach der Aktivierung der Drohne gebucht werden.

Solche Programme decken oft auch Wasserschäden, aber keinen Diebstahl. Die Kasko deckt Diebstahl, rechnet aber mit Altersabzügen. Welche Lösung besser passt, hängt davon ab, ob Sie eher Bruch oder eher Diebstahl fürchten.

Wann Sie keine Kasko brauchen

Kostet Ihre Drohne 300 bis 500 Euro, zahlen Sie für die Kasko jedes Jahr rund ein Fünftel bis ein Drittel des Kaufpreises und tragen im Schadenfall noch 150 Euro selbst. Dann ist Rücklegen meist günstiger.

Sinnvoll ist die Kasko bei teuren Geräten ab etwa 1.500 Euro, bei häufigen Flügen über Wasser, Wald oder Fels und wenn Sie die Drohne auf Reisen mitnehmen.

Schritt für Schritt

  1. Kaufpreis und Kaufdatum der Drohne notieren.
  2. Entscheiden, was Sie eher fürchten: Bruch, Wasser oder Diebstahl.
  3. Bei teuren Geräten innerhalb von 18 Monaten nach dem Kauf eine Kasko abschließen.
  4. Altersabzüge, Selbstbeteiligung und Verlustklausel in den Bedingungen lesen.
  5. Mit dem Austauschprogramm des Herstellers vergleichen, das oft nur kurz nach der Aktivierung buchbar ist.

Checkliste

  • Bedienfehler ohne Kürzung versichert
  • Diebstahl auch unterwegs eingeschlossen
  • Akkus, Fernsteuerung und Kamera mitversichert
  • Altersabzüge bekannt
  • Verlust nach Wegfliegen geregelt
  • Geltungsbereich passt zu Ihren Reisen

Häufige Fehler

  • Glauben, die Privathaftpflicht zahle die eigene Drohne
  • Die Kasko erst abschließen wollen, wenn die Drohne älter als 18 Monate ist
  • Altersabzüge übersehen und bei einer alten Drohne mit dem Neupreis rechnen
  • Eine günstige Drohne teuer versichern, statt Geld zurückzulegen
  • Nach einem Absturz das Wrack entsorgen, bevor der Versicherer es gesehen hat

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Zahlt die Hausratversicherung, wenn meine Drohne abstürzt?

Nein. Die Hausrat zahlt bei Brand, Leitungswasser, Sturm und Einbruch, nicht bei einem Absturz beim Fliegen.

Ist ein Absturz ins Wasser versichert?

In vielen Kaskotarifen ja, wenn das Wrack geborgen wird. Ist die Drohne nicht mehr auffindbar, kommt es auf die Verlustklausel an.

Kann ich eine gebrauchte Drohne kaskoversichern?

Oft nur, wenn sie höchstens 18 Monate alt ist und Sie den Kaufbeleg haben. Ältere Geräte nehmen viele Anbieter nicht mehr auf.

Lohnt sich eine Kasko für eine Drohne unter 250 Gramm?

Selten. Diese Geräte kosten meist wenige Hundert Euro, der Beitrag und die Selbstbeteiligung fressen den Nutzen fast auf.

Was passiert mit dem Wrack?

Heben Sie es auf und fotografieren Sie die Absturzstelle. Manche Tarife übernehmen auch Bergungs- und Entsorgungskosten bis zu einer Grenze.

Wird der Beitrag nach einem Schaden teurer?

Das kann passieren, oder der Versicherer kündigt nach mehreren Schäden. Kleine Schäden unter der Selbstbeteiligung melden Sie ohnehin nicht.

Quellen

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