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Kurz gesagt
Ja, die Autoversicherung wird im Alter teurer, meist ab 65 bis 70 Jahren. Nach Zahlen des Branchenverbands zahlen 75-Jährige im Schnitt rund 48 Prozent mehr als 55-Jährige. Viele merken es kaum, weil die hohe Schadenfreiheitsklasse den Aufschlag teilweise ausgleicht. Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind groß, ein Vergleich ab 65 lohnt sich jedes Jahr.
Durchschnittliche Aufschläge laut Branchenverband und Richtwerte, bezogen auf einen 55-jährigen Vergleichsfahrer.
| Beispiel | Richtwert |
|---|---|
| Fahrer mit 75 Jahren | im Schnitt rund 48 Prozent mehr |
| Fahrer über 80 Jahre, Schadenkosten | rund 50 Prozent über dem Durchschnitt aller Fahrer |
| Fahrer mit 70 Jahren | etwa 15 bis 30 Prozent mehr |
| Fahrer mit 80 und älter | oft 70 bis über 100 Prozent mehr |
Die Werte für 75 Jahre und über 80 stammen vom Branchenverband,
wiedergegeben in einer Verbraucherauswertung mit Stand Juni 2026.
Die Spannen für 65, 70 und 80 Jahre sowie Tabelle und Beispiel sind Richtwerte aus der
Angebotspraxis.
Ihr Beitrag hängt vom Versicherer ab; das genaue Angebot holen wir ein.
Rechenbeispiel
So entwickelt sich der Beitrag bei gleichem Auto und gleichem Wohnort, wenn nur das Alter sich ändert.
| Mit 55 Jahren | 600 Euro im Jahr |
| Mit 65 Jahren, Richtwert plus etwa 8 Prozent | rund 650 Euro |
| Mit 75 Jahren, plus etwa 48 Prozent | rund 890 Euro |
| Nach Vergleich mit 75 Jahren | oft 150 bis 300 Euro weniger |
Der Alterszuschlag kostet hier mit 75 rund 290 Euro im Jahr. Ein Teil lässt sich durch Wechsel, ehrliche Kilometer und kleineren Fahrerkreis zurückholen. Beträge sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.
Der Gesamtverband der Versicherer empfiehlt seinen Mitgliedern Aufschläge ab 68 Jahren. Daran halten muss sich niemand: Einige Versicherer verlangen schon ab 65 mehr, andere erst später. Zwischen 55 und 60 entfällt bei manchen Tarifen außerdem ein Rabatt für mittlere Jahrgänge, das fühlt sich wie ein erster Aufschlag an.
Der Anstieg kommt in Stufen. Bis Mitte 60 ist er klein, ab etwa 75 wird er deutlich, mit über 80 kann sich der Grundbeitrag gegenüber einem 55-Jährigen mehr als verdoppeln.
| Alter | Aufschlag gegenüber 55 Jahren | Einordnung |
|---|---|---|
| 60 | oft 0 bis 5 Prozent | viele Tarife noch wie 50- bis 55-Jährige |
| 65 | Richtwert etwa 5 bis 10 Prozent | erste Stufe bei vielen Versicherern |
| 70 | etwa 15 bis 30 Prozent | Empfehlung des Verbands greift |
| 75 | im Schnitt rund 48 Prozent | deutlicher Sprung |
| 80 und älter | oft 70 bis über 100 Prozent | große Unterschiede je Versicherer |
Versicherer begründen den Alterszuschlag mit ihrer Schadenstatistik. Nach Angaben des Branchenverbands steigt die Schadenhäufigkeit ab etwa 75 Jahren deutlich, und Fahrer über 80 verursachen rund 50 Prozent höhere Kosten als der Durchschnitt.
Die amtliche Unfallstatistik zeigt ein ähnliches Bild aus anderer Richtung: 2023 bekamen 76,7 Prozent der unfallbeteiligten Autofahrer ab 75 Jahren bei Unfällen mit Personenschaden von der Polizei die Hauptschuld, der höchste Wert aller Altersgruppen. Gleichzeitig sind Ältere gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil seltener an Unfällen beteiligt, weil sie weniger fahren. Beide Zahlen stimmen, sie messen nur Verschiedenes.
Rechtlich nicht. Paragraf 20 Absatz 2 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes erlaubt bei privaten Versicherungen eine unterschiedliche Behandlung wegen des Alters, wenn sie auf anerkannten Prinzipien risikoadäquater Kalkulation beruht, also auf statistisch ermittelten Risiken. Die Finanzaufsicht hat die altersabhängige Tarifierung 2020 geprüft und für gesetzeskonform gehalten.
Ein Gericht wird Ihnen den Zuschlag also kaum streichen. Ihr Hebel ist der Markt: Weil jeder Versicherer anders rechnet, liegen zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot für denselben 75-Jährigen oft mehrere Hundert Euro.
Wer seit Jahrzehnten unfallfrei fährt, steht in einer hohen Schadenfreiheitsklasse mit Beitragssätzen von 20 bis 30 Prozent. Dieser Rabatt wird auf den Grundbeitrag angewendet, und der Grundbeitrag ist es, der mit dem Alter steigt. Der Endbetrag sieht deshalb oft stabil aus, obwohl Sie in einem anderen Tarif weniger zahlen könnten.
Hinzu kommt, dass Typklasse und Regionalklasse jedes Jahr neu festgelegt werden. Ein Anstieg wird dann gern diesen Faktoren zugeschrieben, obwohl ein Teil am Alter liegt. Ein Blick in die Beitragsrechnung hilft nur bedingt, weil der Alterszuschlag dort selten einzeln ausgewiesen ist.
Vergleichen Sie ab 65 jedes Jahr vor dem 30. November, dem üblichen Kündigungsstichtag. Geben Sie die jährliche Fahrleistung ehrlich und eher knapp an, Rentner fahren oft deutlich weniger als früher. Begrenzen Sie den Fahrerkreis, wenn nur noch Sie und der Partner fahren.
Manche Familien versichern das Auto über ein jüngeres Familienmitglied. Das geht nur, wenn dieses Familienmitglied Versicherungsnehmer wird und alle Angaben zu Fahrern stimmen. Wer einen jüngeren Halter nur vorschiebt, riskiert den Schutz. Ein Telematiktarif kann umsichtigen Fahrern ebenfalls Rabatt bringen.
Liegt Ihr Beitrag nach einem ehrlichen Vergleich im unteren Drittel, bleiben Sie. Ein Wechsel nur wegen 20 Euro bringt wenig, wenn Sie mit Service und Schadenabwicklung zufrieden sind.
Und fahren Sie kaum noch, rechnen Sie einmal ehrlich gegen: Versicherung, Steuer, Wertverlust und Werkstatt für ein Auto mit 3.000 Kilometern im Jahr können teurer sein als Taxi und Bahn.
Fragen und Antworten
Meist noch nicht.
Viele Tarife behandeln 60-Jährige wie 50- bis 55-Jährige,
die Aufschläge beginnen in der Regel zwischen 65 und 70.
Fast alle passen den Beitrag im Alter an, aber sehr unterschiedlich stark.
Deshalb ist der Vergleich so wirksam.
Nach einem Schaden kann er wie bei jedem Kunden kündigen.
Wegen des Alters allein kündigen Versicherer üblicherweise nicht, sie rechnen den Zuschlag ein.
Vor allem Haftpflicht und Vollkasko, weil dort selbst verursachte Unfälle zählen.
In der Teilkasko spielt das Alter meist eine kleinere Rolle.
In Deutschland nicht.
Ein freiwilliger Check beim Arzt oder in der Fahrschule kann sich trotzdem lohnen.
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