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Versicherungsmakler / Versicherungsfragen

Welche Versicherungen brauche ich als Mieter?

Kurz gesagt

Welche Versicherungen brauche ich als Mieter? Vor allem eine Privathaftpflicht, die Mietsachschäden an Boden, Türen oder Bad einschließt, für etwa 40 bis 120 Euro im Jahr. Sinnvoll ist eine Hausratversicherung, oft ab etwa 25 Euro im Jahr. Eine Gebäudeversicherung brauchen Sie als Mieter nicht: Die schließt der Vermieter ab und darf sie über die Nebenkosten umlegen.

Welche Versicherungen brauche ich als Mieter?

Was es kostet

Was die Versicherungen für Mieter kosten, Richtwerte aus veröffentlichten Tarifbeispielen und Betriebskostenzahlen.

BeispielRichtwert
Privathaftpflicht für Singles mit Mietsachschädenetwa 40 bis 120 Euro im Jahr
Hausrat, 75 bis 80 Quadratmeter, je nach Wohnortetwa 25 bis 120 Euro im Jahr
Elementarbaustein in der Hausrat, sichere Gefährdungsklassenetwa 18 bis 27 Euro im Jahr
Mietrechtsschutz als einzelner Bausteinetwa 40 bis 90 Euro im Jahr
Umgelegte Gebäudeversicherung, Durchschnittrund 0,31 Euro je Quadratmeter im Monat

Richtwerte, Stand Oktober 2026,

aus öffentlich genannten Tarifbeispielen und dem Betriebskostenspiegel.

Die Summen im Rechenbeispiel sind Richtwerte aus der Angebotspraxis.

Norman Nammert holt als Versicherungsmakler Angebote ein.

Rechenbeispiel

Single, 60 Quadratmeter Mietwohnung im ersten Stock

So sieht der Schutz für einen Mieter aus, der die Hausrat nach der Faustregel bemisst.

Privathaftpflicht mit Mietsachschädenetwa 50 bis 80 Euro im Jahr
Hausrat, 60 × 650 Euro = 39.000 Euro Summeetwa 50 bis 90 Euro im Jahr
Elementarbaustein, sichere Zoneetwa 18 bis 27 Euro im Jahr
Gebäudeversicherung über die Nebenkosten, 60 × 0,31 Euro × 12rund 223 Euro im Jahr, bereits in der Miete

Eigene Verträge zusammen etwa 120 bis 200 Euro im Jahr, rund 10 bis 17 Euro im Monat.

Was Mieter brauchen und was nicht

Als Mieter versichern Sie zwei Dinge: Ihre Haftung gegenüber dem Vermieter und anderen, und Ihre eigenen Sachen. Das Haus selbst gehört Ihnen nicht, also versichern Sie es auch nicht.

Die Tabelle zeigt, welche Versicherung für Mieter welche Rolle spielt und was sie ungefähr kostet.

VersicherungFür MieterKosten im Jahr
Privathaftpflicht mit Mietsachschädensehr wichtigetwa 40 bis 120 Euro
Hausratwichtig, wenn Sie Ihre Sachen nicht selbst ersetzen könntenetwa 25 bis 120 Euro
Elementarbaustein in der Hausratje nach Lage, wichtig im Erdgeschoss und Kelleretwa 18 bis 27 Euro in sicheren Zonen
Mietrechtsschutzwenn Sie Streit mit dem Vermieter nicht selbst tragen wollenetwa 40 bis 90 Euro als Baustein
Wohngebäudeversicherungnicht nötig, Sache des Vermietersüber die Nebenkosten

Privathaftpflicht: die Mietsachschäden zählen

Ein Mieter haftet, wenn er die Wohnung schuldhaft beschädigt: das umgekippte Regal im Parkett, der Riss im Waschbecken, der Wasserschaden durch einen vergessenen Schlauch. Solche Schäden an der gemieteten Wohnung heißen Mietsachschäden. Viele Haftpflichttarife schließen sie ein, manche nur bis zu einer niedrigen Summe.

Achten Sie als Mieter auf eine hohe Summe für Mietsachschäden und darauf, dass auch der Verlust fremder Schlüssel mitversichert ist. Glasscheiben, Heizung und Elektrogeräte der Wohnung sind in vielen Tarifen ausgenommen.

Normale Abnutzung zahlt keine Versicherung, müssen Sie aber auch nicht ersetzen: Veränderungen durch den vertragsgemäßen Gebrauch hat der Mieter nach § 538 BGB nicht zu vertreten.

Hausrat: Ihre Sachen, nicht die Wohnung

Die Hausratversicherung ersetzt Möbel, Kleidung und Technik nach Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl und Raub zum Neuwert. Für Mieter ist wichtig: Eine Einbauküche, die Sie selbst gekauft haben, zählt nach den Musterbedingungen zum Hausrat, nicht zum Gebäude.

Als Faustregel setzen viele Versicherer 650 Euro je Quadratmeter an. Wer wenig besitzt und alles aus der Rücklage ersetzen könnte, kann auf die Hausrat auch verzichten.

Die Gebäudeversicherung zahlt der Vermieter, Sie über die Nebenkosten

Brennt das Haus oder platzt ein Rohr in der Wand, zahlt die Wohngebäudeversicherung des Vermieters die Reparatur. Den Beitrag darf er nach § 2 Nr. 13 Betriebskostenverordnung auf die Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Im Schnitt sind das rund 0,31 Euro je Quadratmeter im Monat.

Ihre Sachen in der Wohnung sind dort nicht versichert. Läuft Wasser aus der Leitung über Ihren Teppich, zahlt für den Teppich Ihre eigene Hausrat.

Elementar, Glas und Rechtsschutz: nur je nach Lage

Wohnen Sie im Erdgeschoss, im Souterrain oder haben Sie Sachen im Keller, schützt der Elementarbaustein in der Hausrat vor Starkregen und Rückstau. Im Dachgeschoss einer sicheren Zone können Mieter oft darauf verzichten.

Eine Glasversicherung lohnt sich für Mieter selten, eher bei eigenem Glaskeramikkochfeld oder großen Glasmöbeln. Mietrechtsschutz hilft bei Streit um Nebenkosten, Mängel oder Kündigung; als Alternative bietet ein Mieterverein Beratung für etwa 60 bis 100 Euro im Jahr.

Was Sie als Mieter nicht brauchen

Eine eigene Wohngebäudeversicherung und eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sind Sache des Eigentümers. Eine Mietkautionsbürgschaft brauchen Sie nur, wenn Ihnen das Geld für die Barkaution fehlt; sie kostet jedes Jahr Beitrag, den Sie nicht zurückbekommen.

Verlangt der Vermieter einen Nachweis über Ihre Haftpflicht, genügt meist die Bestätigung Ihres Versicherers. Eine zweite Haftpflicht nur für die Wohnung brauchen Sie nicht.

Schritt für Schritt

  1. Im Mietvertrag nachsehen, welche Versicherungen über die Nebenkosten laufen.
  2. Privathaftpflicht prüfen: Sind Mietsachschäden und fremde Schlüssel eingeschlossen, und bis zu welcher Summe?
  3. Wohnfläche mit 650 Euro malnehmen und die Hausratsumme danach setzen.
  4. Lage prüfen: Erdgeschoss, Keller oder Nähe zu einem Bach sprechen für den Elementarbaustein.
  5. Überlegen, ob Mietrechtsschutz oder ein Mieterverein besser zu Ihnen passt.
  6. Bei einem Umzug die neue Adresse und Fläche dem Hausratversicherer melden.

Checkliste

  • Privathaftpflicht mit Mietsachschäden in ausreichender Höhe
  • Verlust fremder Schlüssel mitversichert
  • Hausratsumme passend zur Wohnfläche
  • Selbst gekaufte Einbauküche in der Hausratsumme berücksichtigt
  • Elementarbaustein, wenn Sie unten oder am Wasser wohnen
  • Keine eigene Gebäudeversicherung abgeschlossen

Häufige Fehler

  • Eine Haftpflicht ohne Mietsachschäden haben und den Schaden an der Mietwohnung selbst zahlen
  • Glauben, die Gebäudeversicherung des Vermieters zahle auch die eigenen Möbel
  • Die Hausratsumme nach dem Umzug in eine größere Wohnung nicht anpassen
  • Für normale Abnutzung eine Versicherung suchen, obwohl Mieter dafür gar nicht haften

Fragen und Antworten

Häufig gefragt

Ist eine Hausratversicherung für Mieter Pflicht?

Nein.

Weder das Gesetz noch der übliche Mietvertrag schreiben sie vor.

Sie schützt nur Ihre eigenen Sachen.

Muss ich als Mieter eine Haftpflichtversicherung haben?

Gesetzlich nicht,

aber sie ist für Mieter die wichtigste Versicherung,

weil Schäden an der Wohnung schnell teuer werden.

Wer zahlt einen Wasserschaden in der Mietwohnung?

Schäden am Gebäude zahlt die Gebäudeversicherung des Vermieters, Ihre nassen Möbel Ihre Hausrat.

Ihre Haftpflicht ist gefragt,

wenn Sie den Schaden verschuldet haben und jemand Ersatz von Ihnen verlangt.

Darf der Vermieter die Gebäudeversicherung auf mich umlegen?

Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht.

§ 2 Nr.

13 Betriebskostenverordnung nennt die Sach- und Haftpflichtversicherung ausdrücklich.

Brauche ich als Mieter eine Glasversicherung?

Meist nicht.

Sinnvoll sein kann sie, wenn Ihnen ein Glaskeramikkochfeld oder große Glasmöbel gehören.

Gilt meine Hausrat auch im Kellerabteil?

Nach den Musterbedingungen ja, wenn das Kellerabteil abschließbar ist.

Bei Wasser von unten hilft aber nur der Elementarbaustein.

Quellen

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