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Gasanlage auf dem Hausboot: Welche Prüfung wird erwartet?
Kurze Antwort
Für privat genutzte Hausboote schreibt das Gesetz in Deutschland in aller Regel keine Gasprüfung vor. Üblich ist trotzdem eine Prüfung durch einen Sachkundigen nach DVGW-Arbeitsblatt G 608, viele Häfen verlangen den Nachweis, und nach einem Gasschaden ist er Ihr bester Beleg.
Auf vielen Hausbooten kocht, heizt und duscht man mit Flüssiggas. Das ist bequem und an einem Liegeplatz ohne starken Stromanschluss oft die einzige Lösung. An Bord ist Gas aber gefährlicher als an Land. Propan und Butan sind schwerer als Luft. Tritt Gas aus einer undichten Verbindung aus, zieht es nicht ab, sondern sammelt sich unten im Rumpf, in der Bilge und unter den Bodenbrettern. Dort reicht ein Funke aus einem Schalter oder einer Pumpe, und aus einem kleinen Leck wird ein Brand oder eine Explosion, die auch Nachbarboote und den Steg trifft.
Deshalb gibt es die Gasprüfung. Ein Sachkundiger prüft die Anlage auf Dichtheit, sieht sich Druckregler, Schläuche, Absperrventile und Geräte an, kontrolliert den Gaskasten mit seiner Lenzöffnung nach außen und die Abgasführung von Heizung und Boiler. Nach bestandener Prüfung gibt es eine Bescheinigung und eine Plakette. Für privat genutzte Boote ist die Prüfung in Deutschland in aller Regel keine gesetzliche Pflicht, bei gewerblicher Nutzung wie der Vermietung sieht das anders aus. Viele Häfen und Vereine verlangen den Nachweis trotzdem im Liegeplatzvertrag, und üblich ist eine Wiederholung alle zwei Jahre. Sehen Sie außerdem in Ihre Police: Nennt sie eine gültige Gasprüfung als Obliegenheit, kann eine fehlende Prüfung nach einem Schaden die Leistung kürzen.
Zwischen den Prüfungen liegt die Sicherheit bei Ihnen. Schließen Sie das Ventil an der Flasche, wenn Sie kein Gas brauchen, und immer, wenn Sie von Bord gehen. Ein Gaswarner gehört in Bodennähe, dorthin, wo sich Gas sammelt. Prüfen Sie die Schläuche auf Risse und sehen Sie nach dem Herstelldatum, denn Gummi altert auch ohne Gebrauch. Halten Sie die Lenzöffnung des Gaskastens frei und lagern Sie Flaschen nur dort. Nach jedem Umbau an der Anlage gehört eine neue Prüfung dazu. Bewahren Sie die Bescheinigung an Bord auf und eine Kopie zu Hause.
Zum Merken
Propan
ist schwerer als Luft und sammelt sich unten im Rumpf
Prüfbescheinigung
zeigt, dass die Anlage dicht war
Eine Gasprüfung kostet einen Termin. Ohne sie beginnt jeder Gasschaden mit der Frage, ob die Anlage in Ordnung war.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Ist die Gasprüfung auf dem Hausboot Pflicht?
Für privat genutzte Hausboote in Deutschland in aller Regel nicht, bei gewerblicher Nutzung schon. Viele Häfen verlangen den Nachweis aber im Liegeplatzvertrag, und manche Versicherungsbedingungen setzen eine gültige Prüfung voraus.
Wie oft sollte die Gasanlage geprüft werden?
Üblich sind zwei Jahre, so wird es bei der Prüfung nach DVGW-Arbeitsblatt G 608 für Wassersportfahrzeuge gehandhabt. Nach jedem Umbau an der Anlage gehört eine neue Prüfung dazu.
Was, wenn nach einem Gasschaden keine gültige Prüfung vorliegt?
Dann fragt der Versicherer, ob die Anlage in Ordnung war. Nennt Ihr Vertrag die Prüfung als Obliegenheit, kann das die Leistung kürzen. Eine gültige Bescheinigung beantwortet diese Frage sofort.
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